Lediglich die größte Platane bleibt am Templergraben erhalten

Von: Heiner Hautermans
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Diese Platane am Templergraben
Diese Platane am Templergraben soll erhalten werden. Untersuchungen haben ergeben, dass ihre Wurzeln nicht in den Straßenraum ragen. Alle anderen Bäume werden gefällt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Eine Platane - allerdings die größte - am Templergraben bleibt stehen, alle anderen werden gefällt. Dies entschied mit großer Mehrheit der Mobilitätsausschuss am Donnerstag.

Er setzte sich damit über die Vorstellungen des Baumschutz-Bündnisses hinweg, das bis zuletzt für den Erhalt von insgesamt 14 Bäumen plädiert hatte. Dabei geht es auch um die 13 Platanen, die im Karree am Kármán-Auditorium stehen.

In den letzten Tagen hatten noch einmal Gespräche zwischen Baumschützern und den Fraktionen stattgefunden, in denen die Differenzen über diese Bäume aber nicht ausgeräumt werden konnten. In den letzten Wochen waren noch einmal Suchschachtungen und Wurzelschnitte vorgenommen worden, die ergeben hatten, dass diese 13 Bäume durch technische Maßnahmen erhalten werden können. Allerdings bestehe auch das Risiko, dass sie trotz der Wurzelgitter absterben könne.

Umweltdezernentin Gisela Nacken fügte hinzu, dass der Aufwand für die Erhaltung sehr groß sei, etwa durch das Anlegen von Punktfundamenten per Hand für Gitterroste.

Die Verwaltung war deshalb zu dem Schluss gekommen, die 13 Platanen - wie geplant - niederzulegen und durch neun neue zu ersetzen, die schon relativ groß sind und in zehn Jahren das Blattvolumen der vorhandenen 13 Bäume erreichten. Für die insgesamt 24 geschützten Bäume, die nun gefällt werden, darunter auch die Mehlbeerbäume vor dem Super C, wird die Stadt 43 Ersatzpflanzungen vornehmen.

Baumfelder

Unter anderem sollen im Abschnitt des Templergrabens zwischen Schinkelstraße und Königstraße Baumfelder angelegt werden, wenn die notwendige Sanierung des Kanals abgeschlossen ist. Dieser Vorlage schloss sich die Mehrheit des Ausschusses an, bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung. Linken-Ratsherr Andreas Müller hatte noch versucht, eine Mehrheit für den Erhalt des Karrees zu finden - vergebens. Auch sein Antrag, eine Vertreterin des Baumschutz-Bündnisses reden zu lassen, wurde von CDU und Grünen abgelehnt. Als die Bürger sich dann mit Kommentaren und Applaus bemerkbar machten, drohte Vorsitzender Roland Jahn (Grüne), die Sitzung zu unterbrechen.

Die Baumschützer stufen dieses Ergebnis als enttäuschend ein. Sprecherin Marika Jungblut: „Es ist ein Unding, so über 2500 Unterschriften und die Empfehlungen des Petitionsausschusses hinwegzugehen.” Ihre Nachforschungen hätten ergeben, dass bei den Beratungen wichtige Informationen weggelassen oder so missverständlich dargestellt worden seien, „dass sich daraus falsche Schlussfolgerungen ergeben” hätten. Aus nicht nachvollziehbaren Grünen werde sich über die Interessen der Bürger hinweggesetzt.

Da Fällungen nur bis Ende Februar erlaubt seien, fürchten die Baumschützer, dass nun relativ rasch Fakten geschaffen werden.
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