Aachen - Lebenswerk von Hans Müllejans wird weitergeführt

Lebenswerk von Hans Müllejans wird weitergeführt

Von: Benjamin Jansen
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Das Kuratorium setzt sich gemeinsam für die Dr. Hans Müllejans Stiftung ein (v.l..): Dieter Gahn, Michael Nobis, Hubert Herpers, Helmut Poquét, Werner Schlösser und Jochen Bräutigam. Foto: Harald Kroemer

Aachen. Zählen kann man sie eigentlich nicht, die netten und erheiternden Anekdoten über den verstorbenen Dompropst Hans Müllejans. Sie enden aber alle gleich.

Nämlich damit, dass der „begnadete Bettler”, wie der damalige Bundespräsident Johannes Rau ihn nannte, wieder einmal erfolgreich Geld für die Erhaltung des Doms sammelte.

Ob er dafür den Hammer bei einer Schrott-Auto-Zerlegung schwingen musste oder mit einem Strohhut bekleidet durch die Manege des Roncalli-Zirkus lief - für seine Aktion „Der Aachener Dom braucht Hilfe” nahm Müllejans sämtliche „Sperenzchen” in Kauf.

„Da er den Karlsverein-Dombauverein nach seinem Tod testamentarisch großzügig bedacht hat, haben wir uns die Frage gestellt, was wir mit dem Geld machen”, erinnert sich der Vorsitzende Dr. Jochen Bräutigam. Die Lösung war ebenso einfach wie genial: Im Rahmen einer gemeinnützigen Stiftung - der Dr. Hans Müllejans Stiftung - wird sein Lebenswerk weitergeführt.

Die Konservierung des Aachener Weltkulturerbes nachhaltig abzusichern, war auch für Müllejans langjährige Hausdame Käthe Lüttgen eine Herzensangelegenheit. Zusammen stellten sie dem Verein ein Grundstockvermögen von 200.000 Euro zur Verfügung. „Dadurch wurde eine schöne Ausgangsbasis für die Arbeit der Stiftung geschaffen”, betont Bräutigam.

Zustiftungen sind ab 5000 Euro möglich, „kleinere Beträge, die nicht zur Kapitalerhaltung beitragen, sind sofort verwendbar.” Das heißt im Klartext: Jeder Euro wandert direkt in die Sanierung des Aachener Münster. „Die Stiftung ist bisher nur ein kleiner Baustein. Aber auch viele kleine Bausteine haben bisher dazu geführt, dass das Weltkulturerbe so erhalten geblieben ist, wie wir es heute kennen”, betont Hubert Herpers, neuer Vorsitzender der Müllejans-Stiftung.

Vorrang haben derzeit die Arbeiten im Kuppelbereich. Auf einem Quadratmeter müssen rund 10.000 Mosaiksteine gereinigt oder ausgetauscht werden. „Bisher wurden 1925 Quadratmeter bearbeitet. Unser nächster Schritt sieht so aus, dass wir bis Juni die restlichen 575 Quadratmeter reparieren”, kündigt Dompropst Helmut Poquét an. Ein teures Vergnügen, wenn man bedenkt, dass die Reinigung eines Ein-Quadratmeter großen Bereichs zwischen 400 und 1000 Euro kostet. „Danach müssen wir uns den Dächern der Nikolaus- und der Karlskapelle widmen. Der Dom wird also vorerst eine Baustelle bleiben”, kündigt Poqut an. Glücklicherweise stehen neben den Stiftungsgeldern auch Bundes- und Landesfördermittel zur Verfügung.

33 Millionen Euro hat Hans Müllejans für seinen „geliebten Dom” über die Jahre hinweg erwirtschaftet, der komplette Betrag ist mittlerweile im Weltkulturerbe verbaut. „Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort”, sagt Nach-Nachfolger Poquét. Und nebenbei war er immer für einen Spaß zu haben.

Wer die Dr. Hans Müllejans Stiftung des Karlsverein-Dombauvereins unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen zu spenden. Die Kontonummer der Dr. Hans Müllejans Stiftung lautet 29165 bei der Sparkasse Aachen, Bankleitzahl 39050000.
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