Aachen - Lebensgefahr auf zwei Spielplätzen?

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Lebensgefahr auf zwei Spielplätzen?

Von: Heiner Hautermans
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Er liegt idyllisch am Rande der Innenstadt, wird von vielen Kindern genutzt, aber vom TUV als lebensgefährlich eingestuft: der Spielplatz an der Paugasse. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Todesfalle Spielplatz” lautet die Überschrift einer großen deutschen Frauenzeitschrift, die den TÜV Rheinland 75 Anlagen in 15 deutschen Städten untersuchen ließ. Von den 75 waren nach dem Urteil der Experten nur sieben in Ordnung.

Und unter den 15 Städten befand sich die Stadt Aachen - mit fünf untersuchten Spielplätzen und einem katastrophalen Gesamtergebnis.

Als besonders schlimm stuften die Sachverständigen die Spielplätze am Lavenstein und an der Paugasse im Jakobsviertel ein. Urteil in beiden Fällen: Lebensgefahr.

Am Lavenstein etwa wurde vor allem die Kombi-Anlage bemängelt: „An mehreren Stellen unzulässige Öffnungsweiten, Kinder können mit Kopf hängen bleiben.” An scharfen Schraubenkanten könnten sich Kinder verletzen, in der Rutsche mit dem Anorak hängenbleiben: „Strangulationsgefahr”.

Empfehlung der Tester: Die Kombi-Anlage sofort sperren. Noch drastischer das Testat an der Paugasse: Spielanlage sofort sperren! Lebensgefahr! Auch hier die Kombi-Anlage besonders verheerend: Die Rutsche stark verschlissen, Glasfaserteile stehen hervor, Kinder können sich Po, Beine und Arme aufscheuern. Strangulationsgefahr, sollten Kinder mit der Anorakschnur zwischen Rutschauflage und Podest hängenbleiben, unzulässige Öffnungen in der Brüstung.

Teilweise erhebliche Mängel auch im Tittardsfeld, etwa stark verfaulte Pfosten der Kombi-Anlage, Einsturzgefahr nicht ausgeschlossen, Kippgefahr bei Rutsche und Spieltisch, Verletzungsgefahr am Rand des Sandkastens. Auch in der Jägerstraße stark faulende Pfosten an der Kombi-Spielanlage oder nicht ausreichend gesicherte Fundamente der Wippe, scharfe Kanten am Türgriff der Rutsche.

Mit den wenigsten Beanstandungen kommte der Spielplatz Hauptstraße davon, wo die Farbe der Rutsche abblättert und die Schaukel in den Augen der strengen Prüfer einen zu niedrigen Fallschutzbelag aufweist.

Die Stadt reagierte auf die Untersuchung rasch: Die am meisten betroffenen Spielplätze wurden komplett gesperrt. Vorsorglich, sagt Sprecher Axel Costard, doch: „Wir nehmen die Hinweise sehr ernst.” Die drei Spielplätze würden in den nächsten Tagen einer Sonderbeobachtung unterzogen. Dennoch glaube er nicht, dass „von diesen Spielplätzen eine akute Gefahr” ausgehe. Es müsse schon zu sehr unglücklichen und unwahrscheinlichen Verkettungen kommen, „bevor möglicherweise ein Kind ernsthaft in Gefahr gerät”.

Dennoch seien bei einer ersten Inspektion der Spielgeräte Mängel erkannt worden, die nun zügig abgestellt würden, besonders an den Kombi-Anlagen, die über 25 Jahre alt seien: „Sie entsprechen dem Sicherheitsstandard der damaligen Zeit und sind vom TÜV, also derselben Organisation, damals freigegeben worden.”

Möglicherweise würde man sie heute nicht mehr aufstellen, doch „sie haben weiter eine Betriebserlaubnis”.

Costard verweist darauf, dass die Überprüfungen des Stadtbetriebs jetzt schon umfangreich seien, so gebe es wöchentliche Sichtkontrollen, monatliche Verschleißkontrollen und einmal jährlich eine Generalinspektion.

Dennoch sei es ein Problem, dass Spielgeräte, die für Kinder bis 35 Kilogramm ausgelegt seien, zunehmend von Jugendlichen und gar Erwachsenen zweckentfremdet würden und dadurch Schaden nähmen.
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