Lebensfreude im gemischten Kicker-Doppel

Von: Sarah Maria Berners und Yannic Blaschke
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Kickern mit Alemannia-Profis: Seyi Olajengbesi (2. von rechts) und seine Teamkollegen hatten viel Spaß beim Zocken mit den Menschen aus den Wohnheimen und Werkstätten der Lebenshilfe. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Klasse gespielt”, ruft Alemannia-Kapitän Benni Auer seiner Mitspielerin Yvonne zu. „Gib mir Fünf!” Yvonne schlägt lächelnd ein. 7:7 ist die spannende Kicker-Partie ausgegangen.

Laute Jubelrufe bei den Treffern, verzweifelte Seufzer nach einer verpatzten Chance und herzhaftes Lachen - im Lebenshilfe-Wohnheim am Thiensweg herrscht Stadionatmosphäre. In dem Gemeinschaftsraum drängen sich viele Menschen aus Lebenshilfe-Einrichtungen und fast der komplette Kader der Alemannia samt Trainerteam.

Herzig, Auer, Stuckmann, Fiel - alle sind da, um mit den behinderten Menschen zu kickern. Der Gemeinschaftsraum im Lebenshilfe-Wohnheim ist mit schwarz-gelben Bändchen und Ballons geschmückt. Die Fans präsentieren sich in ihrer schwarz-gelben Fan-Montur. Und die Alemannen haben als Gastgeschenke noch viele schwarz-gelbe Fanartikel im Gepäck.

Dirk Vomend hat heute sein Fiel-Trikot angezogen, und natürlich dürfen auch Kappe und Fan-Schal nicht fehlen. Cristian Fiel ist Dirks Idol. Daher war er am Morgen schon etwas nervös, schließlich steht man nicht alle Tage mit seinem Lieblingsspieler am Kicker. „Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass wir die Jungs treffen”, erzählt er.

Die Alemannia und die Lebenshilfe haben nämlich seit zwei Jahren eine Sozialpartnerschaft. „Wir machen immer wieder gemeinsame Aktionen”, erklärt Lebenshilfe-Geschäftsführer Herbert Frings. „Die Alemannia spielt hier eine große Rolle. Viele Bewohner sind große Fans. Fußball ist hier ein Dauerthema.” Im Caf Life gucken behinderte und nicht-behinderte Menschen häufig zusammen Fußball - wenn sie nicht gerade live im Stadion dabei sind, um die Schwarz-Gelben anzufeuern.

Herzlicher Empfang

Die Freude der Fans, die so glücklich sind über den Besuch, ist ansteckend. „Es tut gut, hier zu sein und die Lebensfreude zu spüren, die die Menschen hier ausstrahlen”, sagt Kapitän Benni Auer in einer kleinen Verschnaufpause. „Es ist toll, wie herzlich die Leute uns aufgenommen haben.” Im Alltag haben die Fußballer - ebenso wie die meisten anderen Menschen - wenig Kontakt zu behinderten Menschen. Berührungsängste sind da ganz normal.

„Eine Sozialpartnerschaft kann helfen, diese Distanz zu überwinden”, erklärt Herbert Frings. Die Alemannia-Spieler überwinden ihre Berührungsängste schnell. Sie plaudern mit ihren Fans, nach einem Tor gibt es eine freundschaftliche Umarmung.

„Tooooor!” hallt es vom Kickertisch. Da spielt Abwehrspieler Nico Herzig gerade mit Stefan Moll gegen Co-Trainer Willi Kronhardt und Heiko Hilbert. Alle, die gerade nicht selbst am Kicker stehen, feuern die Teams an.

Am „Spielfeldrand” geben die Fußballprofis unzählige Autogramme. „Für Sabine”, schreibt Daniel Adlung in Sonntagsschrift auf eine Karte. Stolz packt Sabine die Karte in ihre Tasche.

Auch die Bundesliga-Volleyballerin Jana-Franziska Poll steht am Tischfußball. Sie begleitet einen jungen Mann, den sie von ihrer Arbeit als Heilerziehungspflegerin in der Werkstatt für Behinderte kennt.

Auf einem Trikot unterschreiben alle Alemannia-Profis. „Das Trikot werden wir versteigern, und der Erlös ist für unsere Sportangebote bestimmt”, erklärt Hilde Bärnreuther von der Lebenshilfe. Auch den gelben Kicker im Gemeinschaftsraum haben die Spieler signiert. Der wird Dragen, Yvonne, Sabine, Dirk und die anderen noch lange an einen wunderbaren Nachmittag erinnern. Und vielleicht kommt ja nochmal ein Alemanne zum Kickern vorbei.
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