Laschets CDU leckt noch die Wahlwunden

Von: Achim Kaiser
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Aachen. Noch ist unklar, ob der Aachener CDU-Vorsitzende Armin Laschet nach dem Rückzug von Norbert Röttgen die Führung der Landespartei übernimmt. Sollte er mit Erfolg kandidieren, hätte dies auch unmittelbare Folgen für die Aachener CDU.

„Ich kann zu diesen Fragen momentan nichts sagen”, hält sich Laschet jedoch zurück. Seine Aachener Parteifreunde würden es jedenfalls sehr begrüßen, wenn ihr erster Mann neuer Landesvorsitzender würde. „Seine Kandidatur würden wir unterstützen”, sagt Maike Schlick, stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende.

Zu klären wäre dann die Frage, wer Laschets Nachfolge in Aachen antreten könnte. Bei der Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes am Dienstagabend stand noch kein Kandidaten-Casting auf der Tagesordnung. „Wir müssen erst mal abwarten, was auf Landesebene passiert. Was dann kommen könnte, werden wir Schritt für Schritt klären”, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Baal.

Zwar wurden auch noch keine Namen genannt, dennoch könnten bei einer notwendigen Neubesetzung der Aachener CDU-Spitze zumindest zwei Frauen eine große Rolle spielen. Die eine ist bereits neben Rudolf Henke und Heinz Lindgens Stellvertreterin von Laschet: „Ich habe dieses Amt nicht angenommen, um immer Stellvertreterin zu bleiben”, stellt Maike Schlick klar. Das sei allerdings eine „langfristige Perspektive”, außerdem gebe es ja auch „Männer in der CDU, die gut sind”.

Wie bei der Alemannia

Die andere Frau ist Beisitzerin im erweiterten Kreisvorstand: Ulla Thönnissen. „Sie ist bei unserer Sitzung für ihren engagierten Wahlkampf und für ihr glaubwürdiges und sympathisches Auftreten sehr gelobt worden”, sagt Laschet über die gescheiterte Landtagskandidatin.

Auf Listenplatz 48 habe sie aber, so der Kreisvorsitzende, noch gute Chancen, im Laufe der nächsten Zeit in den Landtag nachzurücken: „Da kann sich noch einiges tun.” Zweifellos werde sie in den kommenden Jahren „eine wichtige Rolle” vor Ort einnehmen.

Thönnissen, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Städteregionstag, will sich an Spekulationen über eine mögliche Laschet-Nachfolge nicht beteiligen: „Wir müssen erst einmal abwarten, ob er sich zu einer Kandidatur für den Landesvorsitz entschließt. Sollte er dann sein Amt in Aachen abgeben, werden wir darüber reden und die beste Lösung finden.”

Vier Stunden leckte die CDU am Dienstag ihre Wahlwunden. Laschet: „Die Stimmung war wie bei Alemannias Abstieg. Aber wir stehen auf und kommen wieder.”
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