Aachen - Langzeitarbeitslose halten den Lousberg in Schuss

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Langzeitarbeitslose halten den Lousberg in Schuss

Von: Martina Stöhr
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Dank des Projekts „Quo vadis“ haben Langzeitarbeitslose endlich wieder eine Beschäftigung. Für die Pflege des Lousbergs – hier am Kerstenschen Pavillon – erhielten sie viel Lob von den Mitbürgern.. Foto: Harald Krömer

Aachen. Learning by doing: Das ist die Devise von 15 Langzeitarbeitslosen, die im Projekt „Quo vadis“ eine sinnvolle Beschäftigung gefunden haben. Sie bringen den Lousberg in Schuss, pflegen den Botanischen Garten am Gut Melaten und sorgen im Aachener Wald unter anderem dafür, dass sich eingewanderte Pflanzen wie die Herkulesstaude nicht ausbreiten können.

„Quo vadis“ ist ein Projekt des Sozialwerks Aachener Christen und wird vom Land NRW mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, vom Jobcenter der Städteregion und von der Städteregion Aachen gefördert. Die Teilnehmer hatten auf dem ersten Arbeitsmarkt aus unterschiedlichen Gründen keine Chance mehr. Das Projekt gibt ihnen Gelegenheit, wieder einer geregelten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen.

Dabei werden sie von Britta Weise und Landschaftsarchitekt Martin Heinrichs, beide vom Sozialwerk Aachener Christen, begleitet. Und neben der Landschaftspflege an drei unterschiedlichen Standorten nehmen sie auch private Aufträge entgegen. Denn einen Teil der Kosten des Projekts müssen sie selber erarbeiten. „Wir waren sicher, dass das, was Sie anpacken, zu einem guten Ergebnis führt“, sagte Städteregionsrat Helmut Etschenberg, als alle Beteiligten jetzt am Lousberg zusammen kamen, um die ersten Erfolge des Projektes zu feiern.

Das Lob nahm Simone Pfeiffer-Bohnenkamp vom Sozialwerk Aachener Christen gerne entgegen. Sie nutzte aber auch die Gunst der Stunde, um die weitere Förderung des Projektes anzusprechen. Laut dem SPD-Landtagsabgeordneten Karl Schultheis braucht es ein Regelinstrument, um Projekten wie „Quo vadis“ langfristige Perspektiven zu liefern. Denn die Langzeitarbeitslosen einfach sich selbst zu überlassen, sei keine Lösung – darin waren sich alle Beteiligten einig. „Jeder Mensch findet nur Sinn in seinem Dasein, wenn er für etwas gebraucht wird“, meinte beispielsweise Helmut Etschenberg. Und in diesem Sinne machen die „Quo vadis“-Mitarbeiter derzeit gute Erfahrungen: Ihre Arbeit wird von den Bürgern wertgeschätzt, und auch der Aachener Stadtbetrieb freut sich.

„Wir könnten den Weißen Weg oder den Lousberg nicht in diesem Maße instand halten“, meinte Umweltdezernentin Gisela Nacken. Jetzt sorgt „Quo vadis“ dafür, dass die Wege sauber gehalten und unter Umständen auch befestigt werden.

Das Lob der Bürger dafür ist auch schon der Umweltdezernentin zu Ohren gekommen. Und der Apfelsaft, den die „Quo vadis“-Mitarbeiter selber hergestellt haben, schmeckt den Gästen am Lousberg ausgezeichnet.

Vorzeigeprojekt

„Es gibt über 10 000 Langzeitarbeitslose in der Städteregion“, so Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters der Städteregion Aachen. Trotz der guten Wirtschaftslage stiegen die Zahlen weiter an. „Wir müssen den Arbeitsmarkt und die Sozialpolitik klug miteinander verweben“, sagte er. Das mache schon aus volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten Sinn.

„Quo vadis“ sei ein Vorzeigeprojekt und ein gutes Beispiel, das auch auf Landesebene dazu anregen könne, mehr für Langzeitarbeitslose zu tun, lobte Karl Schultheis. Und derweil kann sich der erste „Quo vadis“- Mitarbeiter über einen Arbeitsvertrag auf dem ersten Arbeitsmarkt freuen.

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