Langjähriger Zeitungs-Mitarbeiter Peter Ferken mit 89 verstorben

Von: Bernd Mathieu
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Im Alter von 89 Jahren gestorben: Peter Ferken.

Aachen. Er selber hat sein Leben einmal als einen „Wechsel von Höhen und Tiefen“ bezeichnet. Es sind Pole im Laufe der Jahre, die das sehr konkret kennzeichnen. Die Tiefen: Krieg und Gefangenschaft, sieben Jahre unfreiwilliger Aufenthalt in Russland, dann, 1981, der viel zu frühe Tod seiner Frau, der Mutter seiner drei Kinder.

Die Höhen: sicher sein Beruf als Bankkaufmann, als stolzer Hauptkassierer der Deutschen Bank in Aachen, sein jahrzehntelanges journalistisches Engagement als Mitarbeiter von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten in Kornelimünster, Walheim, Breinig, Venwegen, im Münsterländchen; eine Höhe im Leben sicher auch sein Organisationstalent, das er in den mehr als 40-jährigen ehrenamtlichen Dienst der Big Band Nütheim-Schleckheim stellte. Zahlreiche Konzertreisen plante und arrangierte er für diese so erfolgreiche musikalische Truppe.

Vor wenigen Tagen ist Peter Ferken gestorben, eine Institution im Südraum Aachens. Mitte dieses Monats wäre er 90 Jahre alt geworden. Mitarbeiter bei uns wurde er in den 60er Jahren, weil er damals unzufrieden war mit der Berichterstattung über eine Veranstaltung. Da beschwerte er sich in der Redaktion und zögerte nicht lange, als man ihm dort sagte, er solle es doch selber besser machen. Er machte es besser. Mehr als vier Jahrzehnte lang.

Aufpasser und Zuhörer

Peter Ferken, der Aufpasser. Nichts verpassen. Alles erfahren in diesen Öcher Südstaaten. Der Zuhörer. Hinhören, was die Leute erzählen, was sie bewegt, was ihnen und nicht den Journalisten wichtig ist. Nachfragen, sie ernst nehmen, sich für sie und ihre Zeitläufte interessieren. Recherchieren, auch wenn es „nur“ um die Mitgliederversammlung und den neuen Vorstand und die Kassenprüfung und die Jubilarehrung geht. Wissen, was einen Ort bewegt, was geplant ist, was ansteht. Was war.

Kein nörgelnder Besserwisser, sondern ein gut informierter Mitbewohner. In gewisser Weise war er natürlich ein Informationsmonopolist, aber ein ganz positiver, ein wohlwollender, für seine Vereine und für die Menschen im Münsterländchen ein Anwalt, ein Verteidiger, ein Anreger. Jemand, der darauf schaute, dass diese so sympathische eingemeindete kleine Region im vermeintlichen Schatten der global funkelnden Aachener Großstadtlichter nicht ausgeblendet wird.

Peter Ferken war ein konsequenter, nachhaltiger und, wenn es denn sein musste, auch in der Redaktion durchaus insistierender Kollege, stets die Interessen des Aachener Südens im Blick behaltend. Seine Zuverlässigkeit ist in der Retrospektive der Jahrzehnte seines so sagenhaft unermüdlichen Lokaljournalismus‘ heute schon Legende und damit einzigartig.

Dieses Gespür für gleiche Behandlung, für Fairness, pathetisch ausgedrückt: für Gerechtigkeit, skizziert eines seiner hervorstechenden Merkmale. Er akzentuierte Vereinsberichterstattung als im besten Sinne alltägliches Abbild gelebter Heimat, als den Normalfall in nicht nur ihm längst zu hektisch gewordenen Zeiten, als Renaissance von Gründlichkeit, Gelassenheit, von Nähe und sozialer Kommunikation, die nicht tiefenpsychologisch analysiert oder soziologisch als Störfall angeblich zu großer Harmoniesucht diskreditiert werden musste.

Peter Ferken war ein gradliniger Garant für die Gott sei Dank völlig „uncoole“ Art, funktionierende, gesellige und unaufgeregte Lebensentwürfe von selbstbewussten auf dem Lande wohnenden Akteuren lokal zu dokumentieren. Präzise, korrekt, wahr, zutreffend. Insofern war er selber auch ein Remake manchmal verschütteter journalistischer Tugenden, zum Beispiel jener, lieber für statt gegen etwas zu schreiben. Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.

Die Exequien sind am Samstag, 8. Februar, 11 Uhr, in der Dreifaltigkeitskapelle in Aachen-Schleckheim, anschließend ist die Urnenbeisetzung von der Kapelle aus.

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