Lärmsanierung: Die Bahn zieht neue Wände ein

Von: Gerald Eimer
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Noch in diesem Jahr sollen neu
Noch in diesem Jahr sollen neue Schallschutzwände in Laurensberg für mehr Ruhe entlang der Bahngleise sorgen. Eine weitere Wand wird in Richterich gebaut. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Für lärmgeplagte Anwohner in Laurensberg und Richterich entlang der Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach soll das Leben noch in diesem Jahr spürbar ruhiger und angenehmer werden.

Derzeit errichtet die Bahn in Laurensberg auf einer Länge von 1,2 Kilometer eine Schallschutzwand. In zwei weiteren Bauabschnitten wird noch eine 900 Meter lange Wand auf der gegenüberliegenden Seite des Gleisbetts sowie eine 400 Meter lange Wand in Richterich gebaut.

Rund 3,8 Millionen Euro lässt sich der Bund den Bau der zwei bis drei Meter hohen Lärmschutzwände kosten, die aus Mitteln des sogenannten Lärmsanierungsprogramms bezahlt werden. Die jetzt eingeleiteten Arbeiten sind die letzten, die in Aachen aus diesem Programm umgesetzt werden.

Zuvor sind bereits schallschluckende Wände entlang der Strecke nach Belgien an der Bleiberger Straße und an der Kölner Strecke im Bereich Rothe Erde aufgestellt worden. „In Aachen waren diese Wände sehr erwünscht”, sagt der bei der Bahn AG zuständige Projektleiter Ulrich Kalka.

Und doch stoßen die Wände nicht überall auf Gegenliebe. Der Laurensberger Volker Salewski etwa fürchtet, dass er schon bald lebt „wie im Gefängnis”. Die Stützen, die an seinem Grundstück am Tittardsfeld jetzt errichtet werden, geben ihm einen Vorgeschmack auf das, was ihm bevorsteht: Ausblick auf eine Wand aus Leichtmetallelementen. „Nichts, was für die Anwohner eine Verbesserung ist”, findet er. Der Schall komme so oder so, meint er. Dafür aber liege sein Grundstück bald dauerhaft im Schatten. „An dieser Stelle ist das Quatsch.”

Aber er hat auch Sicherheitsbedenken: Was, wenn wieder mal ein Zug in Brand gerät - wie im Juni in einer Euregiobahn geschehen - und Fahrgäste schnell evakuiert werden müssen? Stehen die Schallschutzwände nicht viel zu eng, fragt Salewski. Kommen die Leute im Notfall überhaupt weg?

Kalka beruhigt: Auch dafür gebe es in Deutschland strenge Vorschriften. Ohne Fluchtwege gebe es gar keine Baugenehmigung. So würden in die Wände auch Türen eingebaut und Zu- und Abgänge geschaffen.

Beschwerden darüber, dass Schallschutzwände den Anwohnern die Sicht nehmen, kennt Kalka. In aller Regel aber werde der Nutzen als so groß empfunden, dass „98 Prozent der Menschen” froh über den Bau sind, sagt er. Und auch in Laurensberg und Richterich sei ein entsprechender Effekt zu erwarten. Um gut zehn db(A) werde den Berechnungen zufolge der Lärm reduziert. Ein vorbeifahrender Zug klingt dann kaum lauter als ein Auto.

Umfangreiche schalltechnische Untersuchungen gehen laut Kalka dem Bau jeder Schallschutzwand voraus. Von daher sei er sicher, dass die Wände in Laurensberg ihren Zweck erfüllen - sowohl jene, die auf dem Bahndamm, als auch jene, die in den tiefen Einschnitten gebaut werden. „Das wird streng geprüft, da wird kein Geld für Unsinn ausgegeben.”


Die Lärmsanierung entlang der Aachener Schienenwege geht damit aus Sicht der Bahn dem Ende entgegen. Die Stadt aber plant noch ein Stückchen weiter: 400 Meter Lärmschutzwand will sie in ein paar Jahren noch aus eigenen Mitteln in Richterich hinzufügen - mit Blick auf das künftige Wohngebiet Richtericher Dell.


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