Lärmbelästigung empört die Bürger

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Aachen. „Unser Ziel ist richtig, regenerative Energien zu bauen”, mit diesen Worten eröffnete Umweltdezernentin Gisela Nacken in der Richtericher Peter-Schwarzenberg-Halle die Informationsveranstaltung zur Errichtung weiterer Windkrafträder im Aachener Norden.

Während man noch letzte Woche in Kornelimünster den Bedenken der Bürgerschaft zum Bau einer Windkraftanlage (WKA) im südlich gelegenen Münsterwald entgegentrat, galt es auch diesmal für Gisela Nacken und Klaus Meiners, Abteilungsleiter Immissionsschutz des Fachbereichs Umwelt, sich Fragen und Kritik der Bewohner aus Richterich, Vetschau, Orsbach, Horbach und den benachbarten niederländischen Gemeinden zu stellen.

Wirtschaftsjournalist Jürgen Döschner, weiterer Teilnehmer der Podiumsdebatte, wies auf den aktuellen Diskussionsstand in der Bundesrepublik hin: „Im bundesweiten Vergleich gibt es keinen Standort in Deutschland, der nicht umstritten ist. Wenn nicht der Mensch, dann stellt der Naturschutz ein Problem dar.”

An den drei nördlichen Standorten Horbacher Straße, Vetschauer Weg/Bocholtzer Weg und Nonnenhof/Schlangenweg sind derzeit weitere sechs Windkraftanlagen in Planung, die etwa 16.000 Haushalte versorgen könnten. Doch derzeit sind laut Meiners etwa 40 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gegen den Bau der WKA im Aachener Norden und im Münsterwald.

„Generell bin ich für Windkrafträder”, betonte Ratsherr und Bezirksvertreter Werner Rothe (CDU). „Dass die Standorte geprüft werden müssen, ist selbstverständlich. Allerdings sollten die Menschen Vorrang vor den Tieren haben!” Mit dieser Aussage traf Rothe die Meinung der versammelten Anwohner.

Bislang ist im Aachener Norden das Gutachten zum Thema Arten- und Naturschutz abgeschlossen, während die Verfahren über menschliche Belange wie beispielsweise Schlagschatten, Landschaftsbild und Schallschutz ergebnisoffen sind.

Gerade der Aspekt der Beeinträchtigung durch Lärm spielte in der Diskussion eine wesentliche Rolle, zumal Geräuschüberlagerungen mit der Autobahn zu befürchten seien. Nachdem mit einem Schallpegelmesser von einem Vertreter des Fachbereichs Umwelt demonstriert wurde, wie leise doch die Anlagen seien, zeigten sich die Bürgerinnen und Bürger, die bereits seit einigen Jahren mit der WKA in Vetschau Erfahrungen gesammelt haben, empört und machten dies auch deutlich. Den wesentlichen Kritikpunkt sehen sie in der Nähe zur Wohnbebauung.

Dazu hieß es als Gegenargument: „In Aachen gibt es keinen anderen Standort.” Der Bau von Windkrafträdern auf freien Feldern der benachbarten Gemeinden der Städteregion liege nicht im Ermessen der Stadt Aachen, da jede Kommune über eigene Planungskompetenz verfüge. „Und die Städteregion hat eben ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht”, so Nacken.

Von Seiten der Stadt Aachen sollen jetzt bis zum Herbst 2011 alle Verfahren abgeschlossen sein. „Es werden in einem bestimmten Zeitraum Pläne öffentlich ausliegen, wo sich schließlich die Bürgerinnen und Bürger einbringen können”, versprach Klaus Meiners im Laufe der erregt geführten Debatte. Danach gilt es erst, sich Gedanken über die Finanzierung zum Beispiel durch Verpachtung an die eigenen Stadtwerke oder an Bürger zu machen.
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