Länderspiele regelmäßig in Aachen?

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Vielleicht bald Dauergast bei Länderspielen in Aachen: Wolfgang Niersbach. Foto: imago/Ulmer

Aachen. Längst ist das Länderspiel gegen Malta ausverkauft. 27.000 Zuschauer werden am 13. Mai ab 18 Uhr am neuen Tivoli dabei sein. Nur ein paar Fußball-Nationalspieler sind an diesem Tag verhindert.

Die Akteure von Bayern München und Werder Bremen bereiten sich zu diesem Zeitpunkt noch auf ihr Pokalfinale am 15. Mai vor. Und auch Kapitän Michael Ballack ist noch dienstlich mit seinem FC Chelsea unterwegs. Mit DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach unterhielt sich unser Redakteur Christoph Pauli.

Die Alemannia bekommt in diesen Tagen Beschwerden, für die sie nichts kann. Eintrittspreise von 20 bis 60 Euro für das Länderspiel gegen Malta werden moniert.

Niersbach: Wir nehmen dort 60 Euro auf Plätzen, auf denen Alemannia 48 Euro nimmt. Wir orientieren uns immer an den Preisen vor Ort. Es ist immerhin die Nationalmannschaft, die aufspielt. Für uns gilt im übrigen wie für die Bundesliga: Wir bewegen uns im europäischen Vergleich mit England, Frankreich, Italien oder Spanien am unteren Limit. Bei unserem Länderspiel am 29. Mai in Budapest nehmen die Ungarn sogar 60 Euro für einen nicht überdachten Platz in der Kurve.

Der DFB orientiert sich bei der Preisgestaltung nicht am Gegner oder der Stadionkapazität?

Niersbach: Das wird auch berücksichtigt. Zudem waren zum Beispiel die Eintrittspreise beim Länderspiel zuletzt gegen Argentinien höher, weil wir eine höhere Antrittsgage zahlen mussten.

Beim gewählten Zeitpunkt war lange absehbar, dass es zu einer Überschneidung mit dem Pokalfinale kommen könnte. Gab es keine Alternative?

Niersbach. Die Problematik des Termins war uns bewusst, es gab keine Alternative. Natürlich ist das ein Wermutstropfen. Ich möchte aber herausstellen, dass es eine Geste gegenüber Alemannia und dem neuen Stadion ist. Normalerweise müssen solche Spiele laut DFB-Richtlinie vor mindestens 40.000 Zuschauern ausgetragen werden. Es ist zudem eine Geste für unseren Ehrenpräsidenten Egidius Braun, zum 85. Geburtstag. Deswegen die historische Vergabe nach Aachen, wo noch nie ein A-Länderspiel stattgefunden hat.

Inzwischen hat halb Fußball-Deutschland aus beruflichen Gründen abgesagt. Die Fans sind aber von einem kompletten Vorbereitungsspiel ausgegangen. Gibt es einen Rabatt?

Niersbach: Wir haben uns etwas einfallen lassen, weil wir die Problematik natürlich auch sehen. Jedem Zuschauer schenken wir einen Fan-Schal.

Hat dieses Spiel noch einen sportlichen Wert?

Niersbach: Der Bundestrainer wird in Aachen auch Spieler berücksichtigen, deren große Zeit erst nach der WM kommen wird. Aber dieses Spiel bringt durchaus die Chance, noch auf den WM-Zug aufzuspringen. In Aachen beginnt die heiße WM-Phase. Die Mannschaft fliegt am darauffolgenden Tag nach Sizilien ins Trainingslager.

Der Erlös des Benefizspiels wird etwa bei fünf Millionen Euro liegen. Wie wird das Geld verteilt?

Niersbach: Es ist das fünfte Benefizspiel, und die Einnahmen waren noch nie so hoch. Es bleibt kein einziger Euro beim DFB, es geht alles Geld an unsere Stiftungen. Bedacht werden die Egidius-Braun-Stiftung, die auch Veranstalter des Spiels ist, die Sepp-Herberger-, die Robert-Enke-, die DFB-Kulturstiftung und auch die Bundesliga-Stiftung.

Ist die Terminierung in Aachen ein einmaliges Ereignis?

Niersbach: Die Idee, dieses Spiel ständig in Aachen auszurichten, gibt es nicht, besitzt aber - das sage ich spontan - einen gewissen Reiz. Es kommt darauf an, welche Erfahrungen wir jetzt am 13. Mai machen. Wir sind keineswegs gezwungen, alle zwei Jahre ein neues Stadion zu bestimmen.
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