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Ladendiebe greifen in Aachen besonders gerne zu

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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2132 Mal griffen im Jahr 2012 Langfinger in Aachen zu. In diesem Jahr ist die Quote laut Polizei rückläufig. Foto: Ferdinand Ostrop/dpa

Aachen. Ist Aachen eine Hochburg für Ladendiebe? Klare Antwort: Ja! Unklar ist nur, ob die Kaiserstadt bei einem bundesweiten Vergleich der Ladendiebstahlsanzeigen aus 80 Städten auf dem siebten (!) Rang landet – oder eher auf Platz 16 einzuordnen ist. Für beide Fälle gilt: Die Zahl der in Aachen polizeilich registrierten Ladendiebstähle liegt – im Verhältnis zur Größe der Stadt – weit über dem Durchschnitt.

Wie weit, das ist extrem abhängig von der zugrunde gelegten Einwohnerzahl.

Der Spitzenplatz der Ladendiebstahls-Hochburgen geht nach Sachsen-Anhalt. Laut der jüngsten Studie des Online-Portals „preisvergleich.de“ gab es 2012 in Magdeburg (232.364 Einwohner) genau 2533 angezeigte Ladendiebstähle. Daraus errechneten die Statistiker eine Quote von 1090 Fällen pro 100.000 Einwohner. Mit 1089 Fällen liegt Saarbrücken (176.135 Bürger, 1918 Diebstähle) direkt dahinter auf Rang zwei. Nach der Auswertung des Online-Portals folgen dann Regensburg, Berlin, Leipzig, Kassel, Lübeck und Trier.

Aachen besetzt Position 16, unmittelbar vor Düsseldorf. Köln (1.017.155 Bürger, 6827 Diebstähle) sichert sich mit einer Quote von 671 Fällen einen Platz im Mittelfeld. Die wenigsten Ladendiebstähle registriert man in Leverkusen, Ingolstadt, Fürth und Mülheim an der Ruhr (Quote: 331).

Bei der Platzierung Aachens geht das Online-Portal von 2132 Ladendiebstählen und 260.454 Einwohnern aus – was eine Quote von 819 auf 100.000 Einwohner ergibt. Tatsächlich wurde aber die maßgebliche Einwohnerzahl der Kaiserstadt nach dem aktuellen Zensus offiziell auf 236.420 reduziert; und die Polizei zählte 2201 Delikte. Dadurch steigt die „Diebstahl-pro-Kopf-Quote“ auf 933. Und damit klettert Aachen auf den unrühmlichen Rang sieben unter 80 Städten. Insgesamt gab es fast 346.000 Diebstahlsanzeigen.

Experten gehen jedoch davon aus, dass über 90 Prozent der Ladendiebstähle gar nicht zur Anzeige gebracht werden – weil Einzelhändler den bürokratischen Aufwand scheuen. Die hohe Aufklärungsquote von über 90 Prozent wird darauf zurückgeführt, dass die Polizei meist nur gerufen wird, wenn Ladendiebe auf frischer Tat erwischt wurden.

Trotzdem sieht die Aachener Polizei einen positiven Trend: „Für das Jahr 2012 wies unsere Kriminalstatistik einen Rückgang um 15,2 Prozent aus. 2011 zählten wir noch 2596 Anzeigen“, erklärt Polizeisprecher Werner Schneider. 2013 seien die Deliktzahlen weiterhin rückläufig.

Übrigens: 2012 ermittelte die Polizei in Sachen Ladendiebstahl 1561 Tatverdächtige – 56 Prozent davon männlich, 30 Prozent Kinder und Jugendliche. Reisende Diebe fallen seltener auf: 56 Prozent der Verdächtigen wohnten in Aachen, 15 Prozent in der Städteregion. Langfinger fühlen sich in der Hochburg offenbar wohl.

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