Kinofreisteller

Labrador Max verendet qualvoll durch einen Giftköder

Von: Heiner Hautermans
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Der siebenjährige Labrador Max verblutete innerlich qualvoll, vermutlich nachdem er einen Köder mit Rattengift gefressen hatte.
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Die 44-jährige Sabine Mennebach wird immer noch zu Tränen gerührt, wenn sie an die letzen Tage mit ihrem Labrador Max denkt. An einen neuen Hund mag sie gar nicht denken. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sabine Mannebach will keinen Hund mehr. Zu schlimm ist das, was sie mit Max erlebt hat. Vor siebeneinhalb Jahren hatte sie den schokobraunen Labrador bei einem Züchter in Kalterherberg geholt, war seitdem jeden Tag mindestens einmal mit ihm von der Familienbäckerei an der Lütticher Straße, in der sie mitarbeitet, in den Wald gegangen, meist eine bestimmte Route bis zur Karlshöhe.

Auf einer dieser Spaziergänge muss er etwas Falsches gefressen haben, sie vermutet, dass es ein Köder mit Rattengift war. „Max ist elendig verblutet, es war jämmerlich. Diesen Anblick vergisst man nicht“, sagt sie mit trauriger Stimme.

Der kräftige Vierbeiner musste wegen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung Cortison bekommen, deshalb litt er an chronischem Hunger. Sabine Mannebach musste immer darauf achten, dass er draußen nichts frisst. Im Wald konnte Max aber auch frei laufen, am letzten Samstag verhielt er sich anschließend auffällig ruhig. Max wollte nicht mehr fressen.

In der Nacht entdeckte sie Blut in seinem Kot, am Sonntag sei der Hund ganz schlapp gewesen. Abends verschlechterte sich sein Zustand, am Montag ging sie mit Max zum Tierarzt, der aber erkannte, dass er nicht mehr helfen konnte und verwies an die Tierklinik im Köln. „Die eine Stunde Fahrt war zu viel. Am Ende lief das Blut nur so in den Kofferraum.“ Die Ärzte versuchten noch, Max zu reanimieren – es war zu spät.

Die gelernte Konditorin und ihr Schwiegervater fertigten Flugblätter an, um andere Hundebesitzer zu warnen – auf der Karlshöhe seien die abgerissen worden, womöglich von Hundehassern. „Wer macht denn so was, das ist nicht in Ordnung.“ Sabine Mannebach war aber auch erstaunt darüber, wie viele Menschen ihre Anteilnahme bekundeten. Sie brachten Blumen oder Briefe in die Bäckerei: „Ein Kunde wollte sogar 5000 Euro stiften, um den Täter zu fassen.“

Doch sie verzichtete: „Das hätte die Sache noch schlimmer gemacht.“ Auch Anzeige erstattete die 44-Jährige nicht – die Erfolgsaussichten erschienen ihr zu gering. Viele Hundebesitzer seien über eine App miteinander vernetzt, ähnliche Vorfälle habe es auch im Westpark (ausgelegte Stoffsäckchen) und auf der Hollandwiese (Brötchen mit Glassplittern) gegeben.

Zwar sei die Suche nach derartigen Übeltätern schwierig, gibt Polizeisprecher Paul Kemen zu. Er rät jedoch dazu, in allen Fällen zur Polizei zu gehen: „Man weiß nie, durch welchen Zufall der Weg zu einem Täter oder Verdächtigen führt.“ Nur wenn die Behörden Bescheid wüssten, könnte sie die Bürger warnen, auch könnten Köder gesichert und untersucht werden. Sicherlich werde man dem intensiv nachgehen, auch wenn es sich rechtlich nur um Sachbeschädigung handele: „Ich kann nur dazu animieren, Anzeige zu erstatten.“

Beim Ordnungsamt herrscht allerdings Skepsis über einschlägige Meldungen in den sozialen Netzwerken. „Wir haben schon mal Hinweise bekommen, aber in keinem Fall ist es konkret geworden“, sagt Leiter Detlev Fröhlke. „Wir vermuten, dass es sich um bewusste Irreführungen handelt.“ Schließlich gebe es im Internet viele absurde Behauptungen.

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