Aachen - Kurze, aber spektakuläre Miseror-Aktion in der Innenstadt

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Kurze, aber spektakuläre Miseror-Aktion in der Innenstadt

Von: Tobias Dammers
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Ratlosigkeit bei den Passanten: Am Glaskubus liegen plötzlich Menschen auf dem Boden. Mit der Aktion macht Misereor auf den Hunger in der Welt aufmerksam. Foto: Ralf Roeger

Aachen. 40 Tage Fastenzeit: Nach den ausgelassenen Karnevalstagen gilt es jetzt, auch beim Essen Zurückhaltung zu üben. Für viele ist das eine schiere Herkulesaufgabe. Millionen Menschen auf der Welt aber „fasten“ das ganze Jahr über – unfreiwillig. Hunger und Unterernährung sind vor allem in Entwicklungsländern verbreitet. Alle vier Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen von Unterernährung, so die Statistik.

Nur knapp fünf Minuten hat Misereor Aachen am Samstag zum Auftakt der alljährlichen Fastenaktion gebraucht, um die Shopping-Besucher auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Bei dem sogenannten Flashmob vor dem Glaskubus unweit des Elisenbrunnens ging es vor allem darum, die Leute „zum Nach- und Umdenken zu bewegen“, erklärte Annika Sophie Duhn, Initiatorin der Aktion.

In der scheinbar willkürlich zusammenstehenden Menschenmenge bricht ohne Vorankündigung plötzlich eine Dame mittleren Alters zusammen. Stille. Keine Reaktion. Nach vier Sekunden stürzt eine weitere Person auf die feuchten, eiskalten Platten vor dem Holzgraben. Nach vier Sekunden folgt der Nächste und der Nächste und der Nächste.

Handykameras gezückt

Mehr und mehr Fußgänger bleiben stehen, die Unsicherheit ist ihnen anzumerken. Die Passanten gucken, Handykameras werden gezückt, alle tuscheln. Sobald ein Aktionist auf den Boden stürzt, eilen Misereor-Helfer herbei und sprayen die Umrisse des „Toten“ mit weißer Farbe auf den Boden. Andere gehen auf die Passanten zu, verteilen Misereor-Flyer und erklären die Aktion: Alle vier Sekunden stirbt in der Welt ein Mensch an Hunger.

Auch am Glaskubus „stirbt“ bei der Aktion alle vier Sekunden ein Teilnehmer. So kann die globale Dimension des Missstandes am beschaulichen Elisenbrunnen leichter verdeutlicht werden. Unter den etwa 30 Teilnehmern sind von Kleinkindern bis Senioren alle Altersgruppen vertreten. „Uns fehlen die finanziellen Mittel, aber so können wir trotzdem mit wenig Aufwand große Aufmerksamkeit erregen“, bringt Aktionist Thomas Heintz (26, Student) den Flashmob auf den Punkt.

Vielen Aachenern wird diese kurze, aber prägnante Aktion wohl im Kopf bleiben. Mission erfüllt, Misereor.

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