Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Kurzarbeit in vielen Betrieben

Letzte Aktualisierung:

Aachen. Exakt drei Jahre ist es her, dass die LG. Philips Glasfabrik Insolvenz anmeldete, am 27. Januar 2006. 380 Frauen und Männer verloren ihre Arbeit. Die KAB lädt für Freitag, 30. Januar, 18 Uhr, zum Jahrgedächtnis am Werkstor ein.

Eine Klagemauer wird an die Lebensschicksale der Betroffenen erinnern, von denen viele nach wie vor arbeitslos sind. Drei Jahre danach haben haben zahlreiche Beschäftigte auf dem Philips-Gelände in Rothe Erde wiederum Angst um ihren Arbeitsplatz. Für rund 530 von 1400 Mitarbeitern der Glühlampenfabrik ist nach Mitteilung von Unternehmenssprecher Klaus Petri Kurzarbeit beantragt worden. Sie stehen nicht allein. Auch andere Autozulieferer in Aachen müssen kürzertreten.

Bei Philips Licht sind die Produktionsabteilungen betroffen, die Xenon- und Halogenlampen für die Kfz-Industrie fertigen. Für die teuren Xenonlampen ist die Kurzarbeit bis Ende Februar beantragt, für die die Abteilung Halogen bis zum 22. März. Der schon im November angekündigte Abbau von 90 Stellen werde sich dagegen noch über das ganze Jahr 2009 hinziehen. Petri: „Das passiert nicht auf einen Schlag.” In manchen Bereichen liefen Zeitverträge aus, mit einzelnen Mitarbeitern sei man im Gespräch über Altersteilzeitregelungen.

Auf dem Werksgelände von Continental, schräg gegenüber an der Philipsstraße, sind für den Februar vier Tage Kurzarbeit beantragt worden, teilt Unternehmenssprecher Klaus Engelhart mit: „Wir hoffen, damit auszukommen.” 25.000 Reifen werden dann pro Tag weniger hergestellt. Beim Autodichtungshersteller Hutchinson (370 Beschäftigte) einige hundert Meter weiter ist Kurzarbeit und damit verbundener Einkommensverlust für die Arbeitnehmer für den März vorgesehen. Personalleiter Volker Koth: „Wir haben die ersten Gespräche geführt.”

Ähnliche Auskunft in der Aachener Zentrale von St. Gobain mit Hauptsitz an der Viktoriaallee. Im Sekurit-Werk in Stolberg wird schon kurzgearbeitet, in Herzogenrath sind drei Tage in Form eines verlängerten Wochenendes in Planung, betroffen sind insgesamt mehr als 800 Arbeitnehmer. Ob das reicht, ist offen. Sprecherin Regina Decker: „Allgemein sind die Prognosen nicht gut.” Nicht betroffen dagegen scheint bisher die Firma Gates (Zahnriemen und Spannrollen), wie Hutchinson ansässig am Eisenbahnweg in Rothe Erde.

Tipps für Betriebsräte

Bei der Aachener IG Metall schrillen auf alle Fälle die Alarmglocken. Erster Bevollmächtigter Franz-Peter Beckers: „Die Situation ist äußerst ernst.” Mindestens zwei Drittel aller Betriebe hätten erhebliche Probleme. Nicht nur in der Autobranche bleibe die Nachfrage weg, auch auf den Maschinenbau, etwa die Schumag AG, sei die Krise durchgeschlagen. Deshalb will die Arbeitnehmerorganisation gegenhalten: Nächste Woche sollen Betriebsräte Tipps erhalten, „wie man sich gegen die Krise stemmen kann” und wie, etwa durch Kurzarbeit, Arbeitsplätze gesichert werden können.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert