Aachen - Kurpark Classix: Gehts überhaupt noch schöner?

Kurpark Classix: Gehts überhaupt noch schöner?

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Eine Atmosphäre, die kein Konzertsaal dieser Welt bieten kann: Annähernd 12.000 Menschen wollten in diesem Jahr bei den Kurpark-Classix an der Monheimsallee dabei sein. Sie wurden von Aachens Sinfonikern und den Gaststars mit noch lange nachwirkenden Konzerten belohnt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Geht´s noch schöner? Das ist die große Frage, die nach der dritten Ausgabe der Kurpark-Classix zunächst unbeantwortet bleibt. Das dreitägige Open-Air-Festival an der Monheimsallee hat nicht nur einen weiteren Publikumsrekord zu vermelden, sondern war für die wohl annähernd 12.000 Besucher auch außergewöhnlich reich an Glücksmomenten.

Hautnah zu spüren bekamen dies nicht zuletzt auch die Gastgeber, zu denen neben Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch und seinem Stellvertreter Daniel Jakobi auch Veranstalter Christian Mourad gehört. Ob es je ein Wochenende gab, an dem er häufiger umarmt und beglückwünscht wurde und ihm öfter die Schultern geklopft wurden?

Vier Konzerte an drei Tagen, allesamt mit hohem Gänsehautfaktor - das lässt auch den so gelassen wirkenden Veranstaltungsprofi nicht kalt. „Ich bin sprachlos”, sagt er, aber dann entfahren ihm doch noch ein paar Worte: „Besser kann man es sich ja nicht wünschen. Man schaut überall nur in glückliche Gesichter. Das Orchester ist ein absolutes Juwel, es gab La Ola auf der Tribüne, und Roger Hodgson hat den Kurpark am Samstag auf Links gedreht.”

Und genau so war es. Gut 3200 Menschen sangen und tanzten bis weit nach 22 Uhr zu den großen Hits von „Supertramp” im Park. Spätestens bei „Dreamer” und „It´s raining again” gab es auch für die Oberbürgermeister-Kandidaten Marcel Philipp (CDU), Karl Schultheis (SPD) und Hilde Scheidt (Grüne) kein Halten mehr, die sich diesen außergewöhnlichen Abend trotz heißer Wahlkampfphase nicht entgehen lassen wollten.

„Ein Superformat”

Zerstreuen konnten sie dann auch allesamt Mourads Sorge, dass sich die Kommunalwahl am kommenden Sonntag womöglich nachteilig auf die Zukunft der Kurpark-Classix auswirken könnte. Die Schirmherrschaft hat bislang bekanntlich Oberbürgermeister Jürgen Linden übernommen, der im Herbst voraussichtlich entweder von Philipp oder von Schultheis beerbt wird.

Auf deren Unterstützung wird Mourad weiterhin zählen können, wie sie auf Anfrage der „Nachrichten” bestätigten. „Ein Superformat in wunderschöner Atmosphäre”, schwärmte Schultheis. „Selbstverständlich” würde er die Konzertreihe weiterhin unterstützen, bekräftigte Philipp.

So dürfte denn auch der Wunsch wahr werden, den Supertramp-Gründer Roger Hodgson nach getaner Arbeit auf der Bühne äußerte: Dass „diese wundervolle Veranstaltung” noch lange weitergeführt werden kann. Zumindest der Termin für 2010 steht bereits: Vom 3. bis 5. September wird Kapitel vier im Kurpark aufgeschlagen. Schön ist dies nicht nur für alle Klassikfreunde, die am Freitag und Sonntagabend ihre Sinfoniker „pur” in einer Atmosphäre genießen konnten, die kein Konzertsaal dieser Welt zu bieten hat, sondern auch für alle Heranwachsenden.

Auch sie sorgten mit ihren Eltern am gestrigen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein für einen neuen Besucherrekord bei einem Familienkonzert. Ihr Kommen wurde von den Musikern, dem Kinderchor und Malte Arkona, bekannt aus dem Tigerenten-Club, mit einem wunderschönen und kurzweiligen Stück zu Smetanas „Moldau” belohnt.

Dass die Sitztribüne in diesem Jahr etwas flacher aufgebaut wurde, trug dazu bei, dass die Sicht auf die Bühne auch für die picknickenden Gäste auf dem Rasen besser war. Zugleich zeigt dies, dass die Macher über Verbesserungen weiterhin nachdenken.

„Die Kurpark-Classix sollen nicht nach drei bis fünf Jahren sterben, sondern eine feste Institution sein”, sagt Mourad, der eine „interne Kritikliste” führe. Die aber dürfte in diesem Jahr denkbar kurz sein, denn Schwächen und Mängel waren für Außenstehende nicht zu erkennen.

„Wir haben ein tolles Team”, lobt Mourad und schwärmt vom Theater Aachen, von Tonmeister Moritz Bergfeld, den Technikern, der Gastronomie bis hin zur Security. „Wir bieten Qualität, das haben die Menschen erkannt, und das freut uns.”

Im Endergebnis hat dies dazu geführt, dass die Kurpark-Classix trotz Wirtschaftskrise mehr Menschen als in den beiden Vorjahren angezogen haben. So kann es weitergehen.
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