Aachen - Kurpark Classix: Familientag mit Malte Arkona

Kurpark Classix: Familientag mit Malte Arkona

Von: Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:
Malte Arkona
Moderator Malte Arkona führte wie gewohnt witzig und charmant durch das Programm. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Drinnen, im ersten Stock des Casinos an der Monheimsallee, sieht es ganz schön nach Urlaub aus. Riesige, alte Reisekoffer stehen mitten im Raum. Drumherum haben sich rund 25 Mädchen und Jungen versammelt, quasseln und wuseln wild durcheinander.

Sie tragen große Sonnenbrillen, bunte Shorts, geblümte T-Shirts und Flipflops. Draußen herrscht dagegen so gar keine Urlaubsstimmung. Dunkle Wolken hängen tief über Aachen, es ist windig, kühl und ungemütlich. „Ihr seht ja selbst noch wie Regen aus”, sagt Lynn Borok-Melton und verzieht das Gesicht. „Wir müssen aber heute den Sonnenschein verkünden!” Dann holt sie tief Luft, und stimmt mit den 7- bis 13-Jährigen ein hohes „Lululululu” an.

Borok-Melton ist Stimmtrainerin des Kinderchors am Theater Aachen. Seit dem ersten „Classix for Kids”-Konzert mit Malte Arkona im Jahr 2008 gestaltet der Chor das Programm am Sonntagvormittag im Aachener Kurpark mit. Auch am Sonntag waren die Nachwuchssänger wieder dabei - trotz extrem fiesem Dauerregen und herbstlichen Temperaturen. „Malte macht Urlaub” lautete das Motto diesmal. Und so machte sich der bekannte Moderator gemeinsam mit dem Sinfonieorchester und dem Kinderchor auf eine musikalische Reise durch Europa.

Hecheln und Lippenbrummen

Zuvor aber heißt es im Casino erst einmal: einsingen. Nora (12), Hannah (9) und die anderen stehen auf der Treppe ganz nah beieinander. Trainerin Borok-Melton, gebürtige Amerikanerin, startet mit Atemübungen, zum „Lockermachen”. Erst hecheln alle zusammen, atmen tief ein und wieder aus. Dann ist das Lippenbrummen dran. Das klingt in etwa so, als wenn ein Kleinkind das Geräusch eines Spielzeugautos nachahmt. Schließlich ertönt das hohe „Lululululu” - und Andreas Klippert erscheint auf der untersten Stufe.

Seit zwei Jahren hat der ausgebildete Dirigent am Theater unter anderem die Leitung des Kinderchors inne, zum zweiten Mal hat er mit seinen Schützlingen Stücke für das Open-Air-Konert einstudiert. „Diesmal führen wir leider nur drei Lieder auf. Greensleeves, ein persisches Stück und die Europahymne”, erklärte Klippert. „Trotzdem: Der Auftritt im Kurpark ist immer ein Höhepunkt für die Kinder.”

Gute Laune, die ansteckt

Entsprechend groß ist die Vorfreude kurz vor Konzertbeginn. Hannah: „Das macht richtig viel Spaß auf der großen Bühne. Und Malte ist toll.” Dem können sich die anderen nur anschließen. Denn: Wer Malte Arkona einmal live in Aktion gesehen hat, der ist begeistert. So ist es auch am Sonntag wieder. Binnen weniger Sekunden zieht der TV-Moderator die Menge auf der Tribüne und auf den Wiesenplätzen in seinen Bann. Seine gute Laune ist ansteckend. Obwohl es - wie schon Freitagabend bei „The Night of the Opera” - wieder pünktlich beim ersten Ton anfängt zu regnen. In Strömen, eimerweise, gnadenlos.

Die Chorkinder muss das zunächst nicht stören. Sie sitzen nun - mitunter ziemlich aufgeregt - auf der imposanten Bühne mit bogenförmigen Planendach. Hier werden sie nicht nass, im Gegensatz zum tapferen Publikum, dass alle Register zieht, um sich die Nässe vom Leib zu halten. Schirme und Regenjacken, Kapuzen und Regencapes, Ponchos und Gummistiefel - die richtige Ausrüstung ist alles.

Oder ein Platz unter einem der vielen Parkbäume mit wuchtigem Blätterdach. Den haben Brigitte Emonds-Pool aus Aachen und ihre beiden Kinder Anna-Lena (15) und Matthias (11) ergattert. Sie sind treue Classix-Fans und schon seit Beginn vor sechs Jahren dabei. „Wir gehen auch gerne zu den Familienkonzerten ins Theater, aber hier im Park hat man noch mal eine ganz andere, besondere Atmosphäre”, erklärt die Mutter.

Auf der Bühne hat Veranstalter Christian Mourad dem Publikum soeben mündlich eine Wettertapferkeits-Medaille verliehen und alle lauschen gemeinsam den Bläsern und Streichern, die unter Leitung von Péter Halász musikalisch von der Nordseeküste über das Zillertal bis nach Moskau reisen. Dann sind die Chorkinder an der Reihe. Etwas zurückhaltend, aber schön gesungen tragen sie das englische Volkslied „Greensleeves” vor. Anschließend stehen sie Malte Arkona als Animateure zur Seite. Ob mit La-Ola-Wellen, beim gemeinsamen Singen (Beethovens „Ode an die Freude”) oder in der der Polonaise durch die Stuhlreihen der Tribüne, die jungen Sängerinnen und Sänger sind mit vollem Einsatz dabei.

Singen und tanzen bis zum Schluss

So bleibt auch im schlimmsten Dauerregen am Sonntagvormittag die Stimmung gut. Nur wenige geben wegen Nässe und Kälte vorzeitig auf und trotten langsam Richtung Ausgang. Brigitte Emonds-Pool und ihre Kinder gehören nicht dazu. Sie klatschen, tanzen und singen bis zum Schluss mit. So, wie sie es sich vorgenommen haben. Auch Hannah, Nora und die anderen Chormitglieder sind zufrieden. „Das hat viel Spaß gemacht. Auch wenns zum Schluss ein bisschen kalt wurde”, sagt Nora, während sie stolz die Bühnentreppe hinabsteigt und sich wieder auf den Weg zum Casino macht. Beim nächsten Mal ist sie bestimmt wieder dabei.
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