Kunstroute: Volle Galerien in der Innenstadt

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
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Außergewöhnliches Zusammenspiel: Das gemeinsame Konzert des Jungen Chors Aachen mit Gebärdenchor „Singende Hände” Foto: Heike Lachmann

Aachen. „dreiEcktan” nannten 27 Künstlerinnen des euregionalen Dreieck-Verbandes ihre große Ausstellung auf der Burg Frankenberg - und eine wunderbare Welt im Quadrat von 20 x 20 Zentimetern tat sich auf. Kritisch, politisch, aber immer sehr kunstvoll packten die Damen Themen an wie missbrauchte und getötete Kinder, aber auch die temperamentvolle Art, die Mafia in den italienischen Alltag zu integrieren.

Eine lange weiße Linie zogen die beiden Architekten-Künstler Joachim Schmidt und Markus Ulrich durch das Deutsch-Französische Kulturinstitut, in Anlehnung an die „achse historique” in Paris. Fotografien, Skulpturen und andere deutsch-französische Arbeiten ergänzen die bekannte Linie zu der mittlerweile abgerissenen Samaritaine.

Volle Häuser verzeichneten auch Petra Ostr von der Produzentengalerie Artikel 5 und Ute Perplies von der gleichnamigen Galerie. Hier stellte Franz Buchholz „Klang-Licht-Bewegung” aus - bewegliche Objekte, die das Publikum selbst in Aktivität versetzen konnte.

Regelrecht gepilgert

Besonders groß waren die Publikums-Aktivitäten hinsichtlich Kunstbetrachtung in der Innenstadt, wo die Galerien fußläufig zu erreichen waren. Emil Sorge und Laszlo Lakner waren Magnete in der Galerie am Elisengarten. Galerist Andreas Petzold freute sich: „Dieses Jahr war mehr sachkundiges Publikum unterwegs als letztes Jahr.”

Eine Meinung, der sich Theo Ramrath von der gleichnamigen Galerie anschloss: „Wir hatten ein phantastisches Publikum. Die Vernissage war so gestopft voll, dass die Leute gar nicht alle in den Laden passten.” Ausstellerin war hier Renate Mül-ler-Drehsen mit Tafelbildern und einer großen Hubertus-Installation mit Hirschen, Wildschweinen und Glaskugeln in einem Vitrinentisch.

Gleich gegenüber in der Aula Carolina gab es regelrechte Pilgerwanderungen zu den Bildern von Gao Xingjian, die nicht nur für Aachen eine Besonderheit sind. Stuhlreihen vor den Arbeiten luden ein, die drei chinesischen Kostbarkeiten wie Altarbilder in der Kirche zu betrachten.

Schade war es um die „Ostwind”-Ausstellung des BBK in den ehemaligen Rheinnadel-Räumen am Reichsweg. Zu der Ausstellung von 30 Arbeiten kamen am Samstag relativ viele Besucher, am Sonntag fanden sie den Weg zu weit. Schon Galeristin Renate Hoffmann klagte: „Die Ludwigsallee ist vielen Leuten zu weit ab von der City.” Dennoch hängt bei ihr eins der besten Bilder der Kunstroute - siehe Foto.

Gestopft voll war es hingegen wieder bei Karl von Monschau, der in der Gemeinschaftsausstellung „Gegenart und Zukunft” unter anderem die mutige Tabu-Bruch-Künstlerin Claudia Breuer und den Gitterbild-Künstler Wolfgang Kupzyk zeigte. Eine Klangperformance hinter einem schwarzen Vorhang, umwabert von Räucherstäbchen-Duft, beendete die Ausstellung.

Auch die Besucher zeigten sich zufrieden mit der Kunstroute 09. „Sehr schön präsentiert war die Ausstellung in der Galerie S. Die Aula Carolina war zwar zu voll gehängt, aber die Bilder von Gao Xingjian sind ganz große Kunst”, meinten Mutter und Tochter Bärbel Dahlmanns-Tholen und Maret Tholen.

Eine regelrechte Hitliste stellten Monika und Waldemar Kliesing aus Weisweiler auf: „Wir waren am Samstag und Sonntag Kunst gucken. Die beste Malerei gibt es mit David Zimmermann in der Galerie 18.30 Uhr, die zweitbeste mit Kwang Lee in der Galerie 45, die drittbeste kommt von Gao Xingjian in der Aula Carolina.”
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