Aachen - „Kunst x Kuba“: Ein Einblick in die Welt kubanischer Kunst

„Kunst x Kuba“: Ein Einblick in die Welt kubanischer Kunst

Von: Eva Onkels
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Das wird für viele Besucher ein Erstkontakt: Die Ausstellung „Kunst x Kuba“ beschäftigt sich ausführlich mit kubanischer Kunst. Es ist die größte ihrer Art in ganz Deutschland. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Woran denkt man, wenn man an Kuba denkt? An Zucker, Rum, die Havanna-Zigarre, alte Autos aus den 50ern, Che Guevara, Fidel Castro und vielleicht die „Kuba-Krise“. Der kubanischen Kunst dürfte nicht der erste Gedanke gelten.

Das verändert sich vielleicht in Aachen. Am Donnerstag wurde im Ludwig Forum für Internationale Kunst die größte Ausstellung zur kubanischen Kunst eröffnet, die in Deutschland jemals zu sehen gewesen ist.

Sogar mehr als zehn kubanische Künstler konnten die Verantwortlichen nach Aachen holen, mehr waren eingeladen, konnten jedoch aufgrund des Hurricanes nicht kommen. Die Idee für diese Ausstellung entstand bereits vor mehr als vier Jahren, als das Ludwig Forum noch unter der Leitung von Brigitte Franzen stand. Verwirklicht wurde sie letztendlich von Andreas Beitin und seinem Team, aber ohne die viele Vorarbeit wäre es wohl nicht soweit gekommen. „Kunst x Kuba“ (spricht sich: Kunst mal Kuba) ist ein Aufruf zum Dialog, ein Aufruf, sich mit der Kunst des Karibikstaates auseinanderzusetzen, der so fremd wirken mag und doch enge Verbindungen mit Deutschland hat.

Ulla Schmidt, die im Namen des Schirmherrn der Ausstellung, Außenminister Sigmar Gabriel, sowie als Mitglied des Ausschusses für auswärtige Kultur und Bildung des deutschen Bundestages, als Rednerin eingeladen war, betonte die besondere Beziehung Deutschlands und Kubas. „Kuba ist ein Land im Wandel“, so Schmidt und dieser Wandel lasse sich auch in der Kunst erkennen. Dadurch, dass seinerzeit viele kubanische Studenten an den Universitäten der DDR studierten, sprächen heute so viele Menschen in Kuba deutsch, wie sonst nur in Ländern mit vielen deutschen Einwanderern. Die Beziehungen der beiden Ländern reichen bis in die Zeit Alexander von Humboldts zurück.

Dass es manchmal schwierig ist, mit den kubanischen Verantwortlichen über Kunst zu sprechen, berichtete Schmidt. Bei einem Besuch vor einiger Zeit habe man ihr gesagt: „Kunst und Kultur sind in Kuba frei, aber wir sind alle der Revolution verpflichtet.“ Eine interessante Sicht, ist doch die Kritik an den gegenwärtigen und vergangene Zuständen eine elementare Aufgabe der Kunst. Brigitte Franzen, Vorsitzende der Peter und Irene Ludwig Stiftung, erzählte, woher das Interesse der Ludwigs für das kommunistische Land stammte. Alles begann 1984, damals fand in Havanna die erste „Havana Biennale“ statt. Diese zeigte karibische und lateinamerikanische Kunst, 1986 auch afrikanische und asiatische. Die westliche Kunstwelt wurde aufmerksam auf diese damals reichlich unbeachtete Kunst und darunter auch Peter und Irene Ludwig.

Für die jetzige Ausstellung sind neben Stücken aus der Sammlung auch Leihgaben aus Kuba nach Aachen gekommen. Antonio Eligio, Künstlername Tonel, hat als Ko-Kurator maßgeblich dazu beigetragen, dass die Ausstellung so beeindruckend werden konnte. Als Künstler, Kritiker und Kurator brachte der Kubaner viel Wissen mit in das Team. „Wir wollen den Dialog fortführen und dies intensiver und produktiver“, betonte er in Englisch.

Fehlende Orientierung

Andreas Beitin, Leiter des Ludwig-Forums: „Warum haben wir uns als Ausstellungsbild für das Bild eines Kosmonauten entschieden?“ Die ebenso interessante wie erhellende Erläuterung: Der Kosmonaut war das Motiv einer Briefmarke und ehrte den kubanischen Kosmonauten Arnaldo Tamayo Mendez, der nach seiner Rückkehr zur Erde 1980 als Held galt. Adrian Fernandez Milanes hat dieses Motiv auf 1,50 Meter mal drei Meter vergrößert und ihm den Titel „Cosmonaut (In Search of Orientation)“ gegeben. Ein Bild, dass, so Beitin, die Glanzzeiten in Verbindung setzt mit der heutigen Problematik, sich in einer Welt orientieren zu müssen, in der es die Sowjetunion nicht mehr gibt und dessen politische Zukunft durch den für 2018 geplanten Rücktritt Raul Castros, keinesfalls eindeutig ist.

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