Kunst und Küche sollen sich bald besser ergänzen

Von: Martina Rippholz
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Leere Tristesse: Seit zwei Woc
Leere Tristesse: Seit zwei Wochen ist das Restaurant Parapluie im Ludwig Forum geschlossen. Stadt und Museumsleitung suchen derzeit nach einem neuen Pächter. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Stühle und Tische sind raus, die Wände kahl, die Zapfhähne abgeklemmt: Seit etwa zwei Wochen stehen die Räume des Parapluie nun leer. Das Restaurant im Ludwig-Forum an der Jülicher Straße ist Vergangenheit.

Nach zehn Jahren machte Inhaber Wolfgang Rommel, der seit Juni die Restaurantkantine im Justizzentrum betreibt, dicht.

Von Streitigkeiten zwischen Museumsleitung und Gastronom war die Rede, von Rausekeln und Zerwürfnissen. Irit Tirtey, kaufmännische Leiterin des städtischen Kulturbetriebs, dem die Museen angeschlossen sind, formuliert es ganz sachlich: „Wir haben uns im gegenseitigen Einvernehmen zum 15. Januar von­einander getrennt.”

Fakt ist: Das Lufo ist derzeit ohne Gastronomie. Doch das soll nicht so bleiben. Kulturbetrieb und Museumsleiterin Brigitte Franzen sind optimistisch, dass schon bald wieder warme Speisen in der alten Schirmfabrik serviert werden können. „Gutes Essen gehört zum Konzept unseres Hauses dazu”, erklärt Franzen.

Im Augenblick laufen intern Planungen, wie eine Bewirtung in Zukunft aussehen könnte. Tirtey: „Drei Lösungen sind derzeit in der Diskussion. Die Machbarkeit hängt natürlich von verschiedenen Dingen ab.” Etwa vom künftigen Pächter. Denn der müsste die Umbauarbeiten zu einem nicht unerheblichen Teil mit schultern. Franzen: „Stadt und Museum können das keinesfalls alleine leisten.” Die Kosten würden je nach Lösung wohl stark variieren.

Am günstigsten wäre folglich die erste, bei Verwaltung und Museum aber auch unbeliebteste Variante: Das Restaurant bleibt an Ort und Stelle, die alte Küche wird übernommen. Die sei allerdings teilweise so alt wie das Ludwig-Forum, wie Irit Tirtey betont. Und Franzen merkt an: „Ins Obergeschoss kam man bisher nur durch das Restaurant. Das war sehr unpraktisch, weil Gerüche durchs Treppenhaus nach oben zogen.” Aus diesen Gründen kommt auch die zweite Variante der Museumschefin wenig entgegen: gleichbleibende Räumlichkeiten mit neuer Küche.

Die Wunschlösung von Franzen und Tirtey enthält deshalb eine Komplettumgestaltung des Eingangsbereichs an der Jülicher Straße mitsamt mehr Fläche für Speis und Trank. „Wir hätten im Museum gerne eine offene und einladende Situation mit einer gut funktionierenden Gastronomie”, erklärt Franzen. Wichtig sei ihr, dass der Besucher sich auch vor oder nach dem Gang durchs Museum gerne dort aufhält.

Vorstellen kann sie sich auch, Kunst und Kulinarisches künftig stärker miteinander zu verknüpfen. Etwa in Form von geschlossene Gesellschaften mit Catering in der Loggia, die der Künstler Lars Breuer zurzeit neu gestaltet. Oder durch Picknick-Körbe, die mit in den museumseigenen Garten genommen werden können.

„In Aachen gibt es junge und kreative Köche, die Spaß an einer Location wie dem Ludwig-Forum haben”, sagt Franzen. Sie und der Kulturbetrieb stünden mit mehreren Interessenten im Kontakt. Wann, wie und mit wem ein neues Gastronomie-Konzept an der Jülicher Straße umgesetzt wird, diese Fragen bleiben jedoch vorerst offen.

Für den Übergang - aktuell wird von mindestens einem halben Jahr ausgegangen - müssen Besucher und Angestellte sich mit Snack- und Getränkeautomaten zufriedengeben. Für Veranstaltungen gibt es Catering. Im Juni öffnet im Hof und in der Loggia aller Voraussicht nach wieder die Lufo-Bar.

Im Frühjahr stehen für das Museum in jedem Fall jede Menge Umbauarbeiten an - im gastronomischen ebenso wie im Ausstellungsbereich. Durch einen Durchbruch entsteht ab März ein großer, klimatisierter Raum. Die entsprechende Anlage spendiert ein Unternehmen. Sie ermöglicht es, in Zukunft auch bestimmte empfindliche Leihgaben auszustellen.
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