Kunst bringt 12.420 Euro in die Kassen

Von: Katrin Otrzonsek
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Zum Ersten, zum Zweiten: Aukti
Zum Ersten, zum Zweiten: Auktionator Hinrich Osterloh schwingt an diesem Tag ehrenamtlich den Hammer. Am Ende der Versteigerung hat er 46 Werke verkauft. Ralf Roeger

Aachen. Umgeben von 76 Kunstwerken von rund 60 Künstlern haben die Kunstliebhaber Walter und Barbara Plüger in der Aula Carolina Platz genommen. In der Hand: ein rotes Blatt Papier mit einer Zahl darauf. Sie wollen Kunstwerke ersteigern - und das für einen guten Zweck.

Unter dem Motto „Kunst tut gut” hat die Aachener Arbeitsgruppe des Hilfswerks „terre des hommes” (tdh) eine Benefiz-Kunstauktion ins Leben gerufen - ihre erste überhaupt in Aachen. „Es war eine komplexe Sache, an alle Details zu denken - von der Raummietung über den Kontaktaufbau zu den Künstlern bis hier hin zum Tag der Auktion”, erzählt Ute Wendt, Mitglied des Präsidiums von „terre des hommes” Deutschland. „Es ist schließlich eine Auktion, die Potenzial für große Erlöse mit sich bringt”.

Die Mindestgebote für die Kunstwerke liegen zwischen 50 und 650 Euro. Die Hoffnung, dass am Ende des Tages eine fünfstellige Gesamtsumme erreicht wird, ist groß - denn der Erlös soll an ein Projekt in Afrika gehen. „In Mosambiks Hauptstadt Maputo liegt eine riesige Müllkippe namens Lixeira. Dort sammeln Kinder alles, was sich verwerten lässt. Wir wollen das Geld in die Bildung dieser Kinder investieren, damit sie nicht dauerhaft von der Müllkippe abhängig sind”, erklärt Wendt.

Das Ehepaar Plüger ist durch regionalen Künstler und durch Zeitungsberichte auf die Auktion aufmerksam geworden. „Erstens lieben wir Kunst, und zweitens finden wir das Projekt gut”, begründet Walter Plüger, Geochemie-Professor an der RWTH, sein Interesse an der Auktion. Für seine Frau will er unter anderem ein Kunstwerk von der Aachenerin Gerlinde Zantis erwerben. „Ich bin noch nie auf einer Auktion gewesen”, gesteht die ehemalige Lehrerin Barbara Plüger, „Ich bin gespannt, wie das Ganze abläuft. Und weil es für einen guten Zweck ist, wird auch ganz hoch geboten, glaube ich.”

Mindestgebot weit übertroffen

Mit dieser Annahme liegen die Plügers ziemlich richtig: Einige Kunstwerke werden für das Dreifache des ursprünglichen Mindestgebots ersteigert. Eine Skulptur der Künstlerin Dagmar Kürsch, ein Mädchenkopf aus brasilianischem Speckstein, ist mit 450 Euro angesetzt - und wird für 720 Euro verkauft.

„Ich freue mich sehr - schließlich ist das für eine gute Sache”, kommentiert Kürsch, „Die Kunstwerke konnten in diesem Rahmen gar nicht teuer genug versteigert werden. Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass das Geld dahin geht, wo es hingehen soll.” An der Skulptur, speziell für diese Auktion, hat sie nach eigenen Angaben einige Wochen gearbeitet. „Es ist ein schönes Gefühl, etwas Gutes zu tun”, strahlt die gebürtige Krefelderin, „Ich werde mich bei solchen Aktionen gerne wieder beteiligen.”

Auktionator, Hinrich Osterloh schwingt am Sonntag ehrenamtlich den Hammer. „Kunst tut gut - und wenn ich ergänzen darf: wenn sie in den eigenen vier Wänden hängen tut”, unterhält er die Bieter.

Von 76 Kunstwerken sind am Ende des Tages 46 versteigert - allerdings mit einem respektablen Ergebnis: „Ich denke, jeder hier im Saal möchte wissen, wie viel wir nun zusammen bekommen haben”, sagt Wendt. „Wir haben unser Ziel, eine fünfstellige Summe zu erhalten, erreicht: 12.420 Euro!”

Der Erfolg der Benefiz-Kunstauktion lässt auch die Künstler hoffen: „Vielleicht kommen andere Hilfsorganisationen auch auf die Idee, solche Auktionen zu starten”, sagt Annemarie Seidel, die insgesamt drei Kunstwerke zur Verfügung stellte.

Als Schirmherr der Aktion fungierte übrigens der ehemalige Oberbürgermeister Jürgen Linden, der zwar am Auktionstag nicht vor Ort war, aber ein Grußwort für den Katalog schrieb: „Der Kauf von Kunstwerken verschönert das eigene Leben und hilft anderen nachhaltig.” - Eine These, die sich zumindest in diesem Fall für afrikanische Kinder bewahrheiten wird.
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