Kulturelle Bildung: Es hakt bei der Abstimmung

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
4991083.jpg
Das Zentrum für Kinder- und Jugendkultur in der Barockfabrik soll von Koordinierungsaufgaben entlastet werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Bildungszugabe, Jekiss, Jugendkulturfonds, Schultheatertage – im Dschungel der vielen Projekte im Bereich der kulturellen Bildung kann leicht der Überblick verloren gehen. Verwaltung und Politik tüfteln deshalb schon länger an an einem Plan, wie die ganzen Angebote für Kinder und Jugendliche besser koordiniert werden können.

Nun wird eine „Neukonzeption“ dem Betriebsausschuss Kultur am kommenden Donnerstag präsentiert. In ihrer Vorlage schlägt die Verwaltung vor, beim Kulturbetrieb eine neue Abteilung „Bildung und Vermittlung“ einzurichten, eine neue Stelle müsste dort dann auch geschaffen werden.

Diese neue Abteilung würde dann eine Baustelle übernehmen, um die sich bislang das Zentrum für Kinder- und Jugendkultur in der Barockfabrik kümmert. Wirklich glücklich ist man bei der Stadt mit dieser Lösung nicht. Bei einem Runden Tisch im Herbst vergangenen Jahres hatten Vertreter von Verwaltung, Ratsfraktionen und Kultureinrichtungen beklagt, dass die Abstimmung all der Angebote von Museen und Initiativen bis hin zu Musikschule und Stadtbibliothek etwas stiefmütterlich behandelt werde.

Und das liege eben auch daran, so erklärte seinerzeit Kulturdezernent Wolfgang Rombey, dass das „Eigenprogramm der Barockfabrik personelle Kräfte“ binde. In dem alten Industriebau am Löhergraben wird vom Figurentheater über Kindertheater bis hin zu Workshops für Kindergärten und Grundschulen allerhand auf die Beine gestellt.

Was dann quasi nebenher noch alles organisiert werden müsste, verdeutlicht der Aufgabenkatalog für die neue Abteilung Bildung und Vermittlung: Museumspädagogik im Suermondt-Ludwig-Museum, im Couven-Museum und im Ludwig-Forum sowie der Kulturpädagogik in Stadtarchiv und Zeitungsmuseum nebst Musikpädagogik koordinieren, passgenaue Angebote auf Anregung von Kindern und Jugendlichen entwickeln, Kitas, Schulen, OGS-Träger oder Einrichtungen der Jugendhilfe informieren und beraten, Vermittlungsangebote regelmäßig auswerten – und das ist nur ein Teil dessen, was die Verwaltung in ihrer Vorlage auflistet. Solche Dinge hält man bei einer neuen Abteilung im Kulturbetrieb für besser aufgehoben.

Dort herrscht aber angesichts des ohnehin zu bewältigenden Pensums und anderer Herausforderungen – etwa dem Centre Charlemagne und dem Programm zum Karlsjahr – auch nicht gerade Langeweile. Deshalb müsste nach Ansicht der Verwaltung eine neue Stelle geschaffen werden. Räumlich anzusiedeln wäre sie nicht in der Barockfabrik.

„Die Koordination muss räumlich davon getrennt werden“, hatte Rombey schon im Herbst gesagt. In dem Gebäude am Löhergraben sollte nach Vorstellungen der Verwaltung Kindertheater, Figurentheater und Öcher Schängche weiter ihre Heimat haben. Die kulturellen Angebote für Kinder zwischen drei und 14 Jahren könnten entweder im Erdgeschoss sowie im 1. und 2. Stock untergebracht oder dezentral organisiert werden, angebunden an das Veranstaltungsmanagements des Kulturbetriebs.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert