Kümmerer helfen auf dem Weg zum Traumjob

Von: Martina Stöhr
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Aachen. Sarah Schmitt wollte Floristin werden. Doch die Ausbildung war ihr zu schwer. „Das ging nicht alles in meinen Kopf“, sagt sie.

Dank der „Unterstützten Beschäftigung“, einem Projekt der Lebenshilfe Aachen Werkstätten und Service GmbH und dem Verein Wabe in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit, kann sie jetzt trotzdem in ihrem Traumberuf arbeiten.

Bei der Firma Crumbach in Herzogenrath-Kohlscheid kümmert sie sich unter anderem um die Pflege der Pflanzen. „Ich bin froh, dass ich diese Arbeit gefunden habe“, sagt sie.

Sarah Schmitt ist nur eine von den inzwischen mehr als 100 Teilnehmern, die im Rahmen der „Unterstützten Beschäftigung“ einen Arbeitsplatz gefunden haben. Das Projekt will lernbehinderten Menschen im Grenzbereich zur geistigen Behinderung, geistig behinderten Menschen im Grenzbereich zur Lernbehinderung und Menschen mit nachhaltigen psychischen Störungen oder Verhaltensauffälligkeiten eine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geben.

In Aachen hat die Agentur für Arbeit bereits im Sommer 2009 eine erste Maßnahme gestartet. Mit im Boot waren die Lebenshilfe und der Verein Wabe. Inzwischen zählt das Projekt über 100 Teilnehmer. Für mehr als die Hälfte der bisherigen Absolventen hat sich ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis ergeben.

Laut Jürgen Koch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, ist das Projekt ein gelungenes Beispiel, um nicht nur über Inklusion zu reden, sondern Inklusion zu zeigen. „Es ist möglich, Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt teilhaben zu lassen“, meint er und ergänzt: „Dafür brauchen wir Kümmerer, die immer da sind, wenn es brennt.“

Diese Aufgabe übernehmen letztendlich auch die Qualifizierungstrainer der Lewac, einem Zusammenschluss der Lebenshilfe-Werkstätten und dem Verein Wabe. Wichtig seien aber auch die Ansprechpartner in den Betrieben, meinen alle Beteiligten. Bei der Immark Deutschland GmbH hat man bereits Erfahrungen mit der Beschäftigung von benachteiligten Personen. Hier werden Elektro-Alt-Geräte recycelt. Eine Arbeit, die laut geschäftsführendem Gesellschafter Marco Sauer auch gut von Menschen mit Behinderungen ausgeführt werden kann. Wichtig sei aber, dass die Betroffenen lernten, ihre eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Erst dann hätten sie die Chance, einen Arbeitsplatz zu finden, der ihren Bedürfnissen entspricht.

Schwer ist es laut Alois Poquett, Geschäftsführer der Wabe, Arbeitnehmer zu finden, die sich auf das Projekt einlassen. Dabei finden sich möglicherweise in jedem Betrieb Arbeiten, die nicht unbedingt von qualifiziertem Personal ausgeführt werden müssen, meinen alle Beteiligten. Dafür könnten die Teilnehmer der „Unterstützten Beschäftigung“ ausgebildet werden.

Gut angelegtes Geld

Mit einer Investition von 1,5 Millionen Euro über sechs Jahre sei die Maßnahme zwar sehr teuer, meint Jürgen Koch von der Agentur für Arbeit. Aber das Geld sei bei den Teilnehmern gut angelegt. Schließlich käme ein Teil davon durch die gezahlten Sozialabgaben auch wieder rein. „Die Investition ist richtig und gut. Wir werden auch weiterhin auf das Projekt setzen“, sagt er mit Blick auf die Zukunft.

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