Küchenhilfe in der Kita: Frau Havenith bringt das Essen auf den Tisch

Von: Margot Gasper
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Sie sorgt dafür, dass alle satt werden: Hildegard Havenith verstärkt als Küchenkraft das Team der Kita „An der Rahemühle“. Foto: Heike Lachmann

Aachen. In der städtischen Kita „An der Rahemühle“ in Laurensberg hat es am Donnerstagmittag Brokkoli und Bratwurst für die Kinder gegeben. Seit Mitte November kümmert sich Hildegard Havenith darum, dass das Essen auf die Teller kommt.

Sie ist eine von bisher 48 Küchenkräften, die die Stadt für ihre städtischen Kitas eingestellt hat, um die Erzieherinnen in der Mittagszeit zu entlasten. Bis Jahresende sollen alle 57 städtischen Kitas eine Küchenhilfe haben. Das kündigte Oberbürgermeister Marcel Philipp in Laurensberg an.

In den städtischen Kindertagesstätten fehlen nach einer Untersuchung rund 80 Vollzeitstellen. Zusätzlich belastet ist das pädagogische Personal durch den Stress in der Mittagszeit. Um zumindest hier Druck aus dem Kessel zu nehmen, hatte der OB im April den Einsatz der Hauswirtschaftskräfte auf den Weg gebracht. Seit Anfang November sind die ersten im Einsatz. Ihre Arbeitszeit entspricht 19,6 Vollzeitstellen, wie Personaldezernent Lothar Barth vorrechnete. Die einzelne Kita erhält damit mindestens zwölf Stunden Küchenentlastung in der Woche, größere Einrichtungen deutlich mehr.

Kerstin Löhrer von städtischen Personalrat, die die Stellenbesetzung begleitet hat, zeigte sich erfreut, dass „unser jahrzehntelanges Schreien nach Küchenkräften endlich Erfolg hat“, auch wenn der Einsatz nicht, wie geplant, schon ab August geklappt habe.

Die 80 Stellen, die in der pädagogischen Arbeit fehlen, müssten aber „schnellstmöglich“ eingerichtet werden, mahnte Löhrer, selbst Kita-Leiterin in der Weißwasserstraße. „Die Kolleginnen sind am Limit, der Krankenstand ist weiter sehr hoch.“ „Mit Freude und Erleichterung“ begrüßt Kita-Leiterin Kathi Carduck-Jonetzko die Verstärkung an Herd: „Das ist ein wichtiger Baustein im Alltag.“ Bis zu 90 Portionen am Tag verteilt Hildegard Havenith mittags in die einzelnen Gruppen. Sie kontrolliert auch jeden Tag Qualität und Temperatur des angelieferten Essens.

Die neuen Küchenkräfte schlagen im städtischen Etat jährlich mit rund 700.000 Euro zu Buche. Und längst haben die freien Träger von Kindertagesstätten in Aachen ebenfalls Bedarf angemeldet. 14 Zuschussanträge liegen bereits vor. „Wir können diese Leistung nicht 1:1 auf die freien Träger übertragen“, bedauert der OB. „Aber das Thema ist noch nicht zu Ende.“ Man hoffe, dass auch die Revision des NRW-Kinderbildungsgesetzes Entlastung bringe.

43 Stellen jetzt unbefristet

Um dem Personalmangel in den Kitas entgegenzuwirken, verhandelt die Verwaltung mit der Politik über Eckpunkte des „Personalgewinnungskonzepts“. Unter anderem soll es statt 18 künftig 35 Stellen für Erzieherinnen im Anerkennungsjahr geben. Im Januar beginnt das Auswahlverfahren für die Bewerberinnen. Personalgewinnung im Ausland ist für Lothar Barth derzeit kein Thema: „Wir gehen nicht nach Spanien, um dort zu werben.“ Allein im letzten halben Jahr habe man aber 43 befristete Arbeitsverhältnisse entfristet. Auch das soll Erzieherinnen in Aachen halten und den Standort attraktiv machen.

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