Krugenofen leidet weiter unter Baumaßnahmen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Der Fund einer 50 Meter langen Mauer aus dem ausgehenden Mittelalter erzwang archäologische Untersuchungen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Beide Straßen beginnen mit dem Buchstaben „K“ und sind seit der Sperrung der einen quasi schicksalhaft aneinandergekettet. So ist der Aus- und Umbau der Kurbrunnenstraße wegen der daraus resultierenden Verkehrsumleitungen für den täglichen Stau-Stress am Krugenofen direkt verantwortlich. Denn dorthin werden Verkehrsteilnehmer geleitet, die ansonsten von der Normaluhr in Richtung Friedrich-Ebert-Allee düsen wollen.

Als Folge ist der selbst nach dem Umbau schmal gebliebene Kru­genofen vollständig überlastet, die gefährliche Situation dort soll durch ein Tempolimit während der Ertüchtigung der Kurbrunnen­straße entschärft werden. Falls das gewünschte Limit Tempo 30 von Köln nicht genehmigt wird, sollen dort Schutzstreifen für mehr Fahrradsicherheit sorgen (wir berichteten). Doch die Baumaßnahme Kurbrunnenstraße scheint sich nach dem Bericht der stellvertretenden Leiterin des Fachbereichs Verkehrsanlagen, Regina Poth, im Mobilitätsausschuss bis weit ins Frühjahr hinauszuschieben.

Bei den Arbeiten der Stawag, die dort zwischen Bachstraße und Michaelsbergstraße die Versorgungsleitungen sowie den Abwasserkanal und Hausanschlüsse saniert, traf man wie so oft in Aachen bei der Buddelei im Untergrund auf eine archäologisch durchaus interessante Mauerreste.

Keine Römerleitung

Überraschend trat eine 50 Meter lange Bruchsteinmauer zutage, von der der zuständige Archäologe Dr. Winrich Schwellnuss eigentlich gehofft hatte, sie sei Teil einer dort in Burtscheid vermuteten römischen Wasserleitung. War sie aber nicht, sie stammt aus neuzeitlicherem Gefilde und wird ins 16. Jahrhundert datiert. Und trotzdem dauern die Untersuchungen der archäologischen Funde weiterhin an, wie Regina Poth berichtete.

Die Verzögerung wiederum nutzte die Verwaltung, um einige Ausführungsbeschlüsse zur Kurbrunnenstraße nochmals auf den Prüfstand zu setzen. So legte man dem Ausschuss einige Änderungen vor. Beispielsweise gab es Schwierigkeiten mit den dortigen Platanen, deren Wurzelwerk die Pflasterung an den Bürgersteigen und den Fahrbahnbelag aufhebelt, ein Zustand, der aus Sicherheitsgründen geändert werden muss.

Statt die Platanen fällen zu müssen – das wäre eine Option, die Wucherungen des Wurzelwerks zu stoppen – hat man nun eine Lösung gefunden, die Bäume stehen lassen zu können. Voraussetzung dafür ist der Abbau der Mittelinsel vor der Rosenquelle an der Einmündung der Bachstraße, die eine Querungshilfe für Fußgänger darstellt. „Hier können wir stattdessen einen Fußgängerüberweg anlegen“, schlug Poth vor. Dazu könne man gleichzeitig die zweite Mittelinsel an der Michaelsbergstraße entfernen, hier ist ein signalisierter Überweg bereits vorhanden.

Dreieck mit breiterer Fahrbahn

Das bietet für die Straßenbauer die Möglichkeit, der Fahrbahn dann an den Rändern einen halben Meter Breite abzuzwacken, damit die angrenzenden Bäume einen genügend großen Grünstreifen für ihr Wurzelwerk bekommen können, auch vom Gehweg profitieren die Platanen, er wird etwas schmaler und soll mit sogenannten taktilen Elementen für Sehbehinderte aufgerüstet werden.

Gleichzeitig soll die Bushaltestelle an der Rosenquelle (stadteinwärts) auf 22 Meter verlängert und mit Bordsteinen versehen werden, so dass die Niederflurbusse sich hier absenken können und ein barrierefreier Einstieg möglich sein wird. Außerdem soll an der Dreiecksinsel in der Einmündung der Moltkestraße auf die Friedrich-Ebert-Allee die Fahrbahn auf 11,50 Meter verbreitert und ein Schutzstreifen angelegt werden. Die Änderungen kosten 172.000 Euro und wurden vom Ausschuss einstimmig gutgeheißen.

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