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Krise: Zentis streicht Stellen

Von: Hermann-Josef Delonge und Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Zentis
Die Zentis-Fabrik an der Jülicher Straße. Foto: Archiv/Krömer

Aachen. Es ist eine bittere Nachricht für die Mitarbeiter. Der Aachener Süßwarenhersteller Zentis GmbH & Co KG kündigte am Freitag an, dass aufgrund der rückläufigen Entwicklung der Geschäfte weiter gespart werden müsse und „Neustrukturierungen im Personalbereich“ nicht mehr auszuschließen seien.

Im Klartext: Man muss davon auszugehen, dass das Traditionsunternehmen Stellen abbauen wird. Aktuell beschäftigt Zentis weltweit 2096 Mitarbeiter. Wie viele von der „Neustrukturierung“ betroffen sind, sprich wie viele Stellen am Ende gestrichen werden, blieb am Freitag offen. Nicht nur an dieser Stelle schweigt das Unternehmen beharrlich. Ob es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen werde, ließ Zentis am Freitag offen. Explizit ausgeschlossen wurde es jedenfalls nicht. Zentis wolle aber „so sozialverträglich wie möglich“ agieren.

Alle Standorte betroffen

Betroffen seien alle Bereiche und Standorte in Aachen und damit auch die beiden Produktionsstätten in Aachen. „Aktuell laufen die Gespräche mit dem Betriebsrat und die Entwicklung der nächsten Schritte wird vorangetrieben. Daher können wir noch keinen konkreten Zeitplan und Umfang vorlegen, dieser wird in den kommenden Wochen erarbeitet. Der Betriebsrat ist zu konstruktiven, weiterführenden Gesprächen mit der Zentis-Geschäftsführung bereit“, hieß es am Freitag auf Nachfrage. Zentis-Betriebsrat Mark Rischel verwies auf die offizielle Stellungnahme des Unternehmens und wollte das Ganze nicht weiter kommentieren.

Die Gründe für die Probleme bei Zentis liegen wohl in den Krisenländern Europas, wo der Absatz eingebrochen ist. „Die Situation hat sich in den letzten Jahren weiter zugespitzt. Die anhaltend schlechte wirtschaftliche Gesamtsituation in Europa und vor allem die negative Entwicklung in Ländern wie Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien betreffen uns als international tätiges Unternehmen“, hieß es. Nach Zentis-Angaben wurden „in engem Kontakt mit dem Betriebsrat“ frühzeitig „umfangreiche Maßnahmen“ zur Kostenreduzierung getroffen, die nun aber nicht mehr ausreichen würden.

Mittelfristig befürchtet der Fruchtverarbeiter „einen grundlegenden Rückgang der Produktion am Standort Aachen“. Darauf wird nun reagiert. Wobei sich diese Nachricht nicht unbedingt angedeutet hat. „Uns hat das überrascht“, erklärt Peter Mogga, Geschäftsführer der zuständigen Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) in Aachen. Für die nächsten Tagen erwartet er Gespräche mit der Geschäftsleitung. „Wir wollen bis dahin nicht spekulieren“, sagt er.

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