Kriminalität: Zahl der Straftaten niedrigste seit zehn Jahren

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Wenn die Aachener Polizei die Kriminalitätsentwicklung des letzten Jahres darstellt, dann legen Polizeipräsident Klaus Oelze und Kripochef Helmut Wälter Hunderte von Zahlen vor.

Am Dienstag taten sie dies mit unverhohlenem Stolz: Für 2010 ist das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre erzielt worden, die Zahl der Straftaten ist um knapp 2 Prozent auf 28.365 in der Stadt gesunken, mehr als die Hälfte davon wurde aufgeklärt.

Interessanter sind aber die Fälle, die sich dahinter verbergen. Etwa Erfolge gegen die organisierte Kriminalität. Die Polizei war zwei Deutschen, 52 und 55 Jahre alt, auf die Spur gekommen, die im größeren Stil synthetische Drogen verkauften. Für den 11. August war wieder ein Deal avisiert, diesmal in den Niederlanden. Übergeben wurden 154 Liter Amphetaminöl, gut für die Produktion von 1,45 Tonnen Amphetaminpulver - mehr als die gesamte Menge dieser Substanz, die in der ganzen Bundesrepublik sichergestellt wurde. Die beiden Männer wurden zusammen mit zwei Niederländern festgenommen.

Aufgeklärt werden konnten auch zwei Raubserien. Einmal wurden in Ostbelgien wohnende Osteuropäer gefasst, die 19 Supermärkte in Aachen und Umgebung überfallen hatten. Sie fingen die Beschäftigten ab und schlugen die Tresore mit einem Vorschlaghammer auf. Sie wurden schon für eine Tat verurteilt und sitzen derzeit fünf Jahre Haft ab. Sogar sechseinhalb Jahre bekam ein Maskierter aufgebrummt, der gemeinsam mit Komplizen zehn Spielhallen in Aachen überfallen hatte.

Immer wieder appellierten die obersten Ordnungshüter an die Eigenverantwortung der Bürger. So sollte man das Navigationsgerät nicht im Auto verstecken. Der Kringel an der Frontscheibe reicht Pkw-Knackern als Indiz aus, nach dem versteckten Bedienteil im Innern zu suchen. Auch beobachten potenzielle Diebe ältere Damen schon auf dem Parkplatz, ob sie zum Beispiel ihre Handtasche unter den Sitz oder in den Kofferraum legen.

Ob die Sicherung von Wohnung oder fahrbarem Untersatz, ob Banküberweisung per Internet oder Abhebung am Geldautomaten: Immer sollen die Bürger, rät die Polizeispitze, Hab und Gut sichern oder Verhaltensregeln der Fachleute beachten, etwa bei Internetbanking oder dem Einbau von Schlössern im Haus. Dennoch täuscht das nicht darüber weg, dass die Zahl der Pkw-Diebstähle in Aachen um knapp 20 Prozent gestiegen ist und zwei Drittel der gestohlenen Pkw auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Das sei wohl der Grenzlage geschuldet, meinten die Polizeioberen.

Aachen ist ein Eldorado für Homejacking, wobei Langfinger in ein Haus einbrechen und die Schlüssel für vor dem Haus stehende Luxuswagen stehlen. Einziger Hoffnungsschimmer: Man hat Hehler ausfindig gemacht, die jetzt angeklagt werden sollen. Häufig werden nämlich die Autos zerlegt und in Teilen verscherbelt, das bringt mehr.

636 Intensivtäter

Besonderes Augenmerk legt die Polizei auf die steigende Gewaltkriminalität in Aachen, die vor allem an Wochenendnächten im Pontviertel und rund um den Bushof verübt wird. 636 junge Leute wurden 2010 in Stadt und Städteregion als Intensivtäter eingestuft, 13 von ihnen waren unter 14 Jahre alt, 26,8 Prozent aller Tatverdächtigen keine 21 Jahre alt.
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