Aachen - Krimi-Dinner: Mörderische Intrigen lecker präsentiert

Krimi-Dinner: Mörderische Intrigen lecker präsentiert

Von: Grit Schorn
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Aachen. Genau 81 sperrige Stufen bringen die Gäste in den schönen Raum im Marschiertor. Komplett in eifriger „Heimarbeit“ hat die Oecher Penn das Ambiente hier „aufgerüstet“ – für das erste „historische Krimi-Dinner“, das jetzt das Aachener Theater 99 als vergnügliche Aufführung und Speisung vorstellte.

Das beliebte Theater 99 wurde seitens der Stadt Aachen gebeten, sich im Karlsjahr 2014 am Rahmenprogramm zu beteiligen. Ideenreichtum und künstlerisches Engagement des kleinen Theaters zeigen sich diesmal nicht am Gasborn 9, sondern im historischen Marschiertor, und zwar ab dem 15. März in Kooperation mit der Capella Aquisgrana, die wundersame Instrumente und Lieder aus alter und neuerer Zeit präsentieren wird, unter anderem mit der vielfach talentierten Ricarda Schumann, die auch eigene Kompositionen und Gesänge vortragen wird.

Die gelungene Vorpremiere präsentiert einen Baum von Mann, König Karl (Markus Hesterkamp), der sich mit der Gattin des Sachsenanführers Widukind, Fürstin Geva (Jutta Kröhnert), im Clinch befindet. Kein Wunder eigentlich, wenn man an den hässlichen Beinamen Karls („Sachsenschlächter“) denkt. Temperamentvoll droht die rothaarige Geva, die später ermordet wird, dem mächtigen Herrscher, der ansonsten dem weiblichen Geschlecht sehr zugetan ist.

Gäbe es nicht Einhard (herrlich selbstironisch von Michael Kröhnert gespielt), den klugen Schreiber und Berater des Königs, der Karl vor vielen Fehlern warnt, wäre Karl wohl nicht so „groß“ geworden. Hübsch ist auch die Idee, eine Besucherin, die Buchhändlerin Barbara Hoppe-Vennen, verkleidet als rotwangige Bürgerfrau, buchstäblich ins Geschehen „einzubinden“.

Während das aufmerksame Publikum sich am „Schnetzelfleisch im Brottopf“ ergötzt, kann das Ensemble etwas verschnaufen. Eine Bauchtanz-Vorführung und andere Überraschungen lockern das Programm auf. Natürlich taucht auch immer wieder die Lieblingsfrau Karls, die unvergessliche Fastrada (Jutta Kröhnert), im alten Gemäuer auf. Aber auch Irene von Byzanz setzt dem Herrscher zu. Glücklicherweise hat er ja fast immer seinen treuen Freund Roland an seiner Seite.

Honigwein

Zwischen all dem turbulenten Geschehen wird von Theater-Frauen die „mittelalterliche“ Speisenfolge mit Honigwein und anderen Köstlichkeiten aufgetragen. Und wo ist Gerswind, die Tochter von Fürstin Geva, etwa beim überaus „frauenfreundlichen“ Karl? Aufregungen über Aufregungen, Heiteres und Sinniges wie Sinnliches kommen glänzend an.

Am Ende soll das Publikum den Mörder oder die Mörderin erraten und auch angeben, was mit der ruchlosen Person geschehen soll. Tosender Beifall im alten Marschiertor – wirklich ein großartiger Standort für „Gefährliche Buhlschaften“.

Ab 15. März (Premiere) lädt das Theater 99 zu Karls Krimi-Dinner „Gefährliche Buhlschaften“ im Marschiertor ein. Auch Firmen können die Vorstellung unter Telefon 0241/274 58 buchen.

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