Kriegt die „Tram” eine zweite Chance?

Von: Gerald Eimer
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Die alte „Tram” wurde 1974 a
Die alte „Tram” wurde 1974 abgeschafft, nun wird über die Wiedereinführung einer modernen Stadtbahn nachgedacht. Beim „Nachrichten”-Forum am 7. März besteht Gelegenheit, sich über den Stand der Planungen zu informieren und mitzudiskutieren.Montage: grueger-medien.de

Aachen. Wären die städtischen Kassen gut gefüllt, gäbe es derzeit wohl kaum noch einen Zweifel an der Wiedereinführung der Straßenbahn in Aachen. Das Projekt „Campusbahn” bzw. „Stadtbahn” genießt in weiten Teilen der Politik große Sympathien.

Rückendeckung gibt es von der Hochschule und der Industrie- und Handelskammer. Und nicht zuletzt hat sich Oberbürgermeister Marcel Philipp an die Spitze der Befürworter gesetzt.

In Aachens französischer Partnerstadt Reims kann man schon jetzt sehen, welche Vorteile eine moderne Straßenbahn bietet. Sie ist wesentlich leistungsfähiger als jeder Bus, sie erhöht die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs, und sie ist deutlich umweltfreundlicher.

Kein Wunder also, dass mit den Planungen des Campus Melaten, auf dem viele Menschen neue Arbeitsplätze finden sollen, auch die Idee aufkam, das Hochschulerweiterungsgelände per Campusbahn zu erschließen. Es ist ein Projekt, das das Gesicht der Stadt wie kaum ein anderes grundlegend verändern würde.

Doch das hat seinen Preis: Rund 230 Millionen Euro sind für Bau und Betrieb des ersten Strangs zwischen Uniklinik und Brand veranschlagt. Ohne Fördermittel des Bundes ist das nicht zu stemmen. Und so wird derzeit an verschiedenen Anträgen gearbeitet, um das nötige Geld nach Aachen zu lenken.

Noch ist die Hoffnung groß, dass die neue Stadtbahn ab dem Jahr 2019 durch Aachen rollen kann - angetrieben mit Strom aus sauberer Produktion. Ohne die Bahn wird es schwerlich gehen, ist Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses, überzeugt. Die Busse stoßen schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen - und dies bei wachsender Nachfrage.

Jahn ist überzeugt, dass angesichts steigender Energiepreise künftig immer mehr Menschen ihr eigenes Auto stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen werden. Und um die Luftverpestung zu bekämpfen, wird man früher oder später alle Dieselbusse ausmustern müssen. Die Zukunft gehöre dann der Elektromobilität.

Nutzen und Kosten

Ob die Stadtbahn wirklich die Lösung für die Verkehrsprobleme in Aachen ist, wie viel sie kostet, ob sie bezahlbar ist und welchen Nutzen sie wirklich bringt, sind Fragen, die beim „Nachrichten”-Forum zur Stadtbahn am Mittwoch, 7. März, ab 19 Uhr beantwortet werden sollen. Über den Stand der Planungen informieren und diskutieren unter anderem Vertreter der fünf Ratsfraktionen: Harald Baal (CDU), Michael Servos (SPD), Roland Jahn (Grüne), Peter Blum (FDP) und Andreas Müller (Linke).

Für fachliche Auskünfte und alle Fragen aus dem Publikum stehen ferner bereit: Gisela Nacken, Planungs- und Umweltdezernentin der Stadt, Adolf Müller-Hellmann, Projektberater der Stadt und Geschäftsführer des Förderkreises des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen, Michael Carmincke, Aseag-Geschäftsführer, sowie Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbunds. Für Fragen und Anmerkungen soll ausreichend Zeit bleiben.
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