Kreuzung Siegel: Bald zwei Spuren für die Linksabbieger

Von: Werner Breuer
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Bald in Zweierreihen links ab: An der Kreuzung Siegel werden die Fahrbahnen neu markiert und die Mittelinsel umgebaut. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die „Qualitätsstufe F“ entschleunigt allmorgendlich das Leben vieler Autofahrer an der Kreuzung Siegel. Wer von der Monschauer Straße nach links in die Siegelallee abbiegen will, braucht Zeit. Durch das Nadelöhr passt eine theoretische Verkehrsmenge von 304 Fahrzeugen in der Spitzenstunde.

Das entspricht nach dem „Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen“ (HBS) besagter Qualitätsstufe F. Weil die nicht reicht, wird jetzt umgebaut. Der Mobilitätsausschuss hat‘s beschlossen.

Für diesen Knotenpunkt sind in den Sommerferien Deckenerneuerungsarbeiten vorgesehen. Bei der Gelegenheit soll die Kreuzung so getunt werden, dass es künftig wesentlich flotter geht. Dabei passen die Planer ihre Markierungslinien der heute schon in Spitzenzeiten gängigen Praxis an: Die Autofahrer reihen sich zweispurig auf, obwohl es nur eine Linksabbiegerspur gibt. Diese Form von Notwehr gegen die Qualitätsstufe F wird nun legaliesiert: Künftig wird es zwei Linksabbiegerspuren geben.

Dafür wird die Mittelinsel umgebaut, und auch die Ampel muss umlernen. Bislang zeigt sie gleichzeitig Grün für denVerkehr von der Monschauer Straße und die entgegenkommenden Fahrzeuge aus der Robert-Schuman-Straße. „Anschließend wird ein signalisierter Nachlauf gezeigt“, erklärt die Vorlage der Verwaltung. Dann leuchtet für die Linksabbieger ein grüner Pfeil, wenn für die entgegenkommenden Fahrzeuge an der Robert-Schuman-Straße die Ampel schon auf Rot gesprungen ist. Weil es das bei zwei Linksabbiegerspuren nicht geben darf, wird das gemeinsame Grün für beide Richtungen abgeschafft. Nach links in die Siegelallee geht es nur noch, wenn der Gegenverkehr Rot sieht.

„Und dann stehen die Linksabbieger auf der Siegelallee im Stau, weil vor ihnen der Bus hält“, argwöhnte CDU-Vertreter Jörg Hans Lindemann. Denn auch an diesem Ende des Kreuzungsbereichs wird es Veränderungen geben. Neben Schutzstreifen für Radler ist ein Umbau der Bushaltestelle geplant. Sie rückt vom Parkstreifen an den Fahrbahnrand, „um einen barrierefreien Einstieg zu ermöglichen“, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt.

Weiter an den Rand, in den Bereich des dann dank Schutzstreifen benötigten Radwegs, kann sie nicht verlegt werden. „Dann kommen wir zu nahe an schutzwürdigen Baumbestand“, erklärte Verwaltungsvertreter Uwe Müller. Und etwas weiter unten, wie Christdemokrat Michael Janßen vorschlug, will die Aseag den Bus nicht halten lassen, weil dann die Wege für umsteigende Fahrgäste zu lang werden. Dennoch fand die Verwaltung eine Lösung, bei der die Haltestelle etwas mehr an den Rand rückt und damit mehr Fahrbahn übrig bleibt.

Rund 97 000 Euro Kosten

Die fand bei den Verkehrspolitikern ebenso Anklang wie ein Vorschlag des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), Radler auf direktem Wege von der Robert-Schuman-Straße in die Monschauer Straße zu leiten; bislang mutet der alte Radweg ihnen noch einen Umweg über die Fußgängerampeln zu.

Rund 97 000 Euro Kosten hat die Verwaltung für das alles kalkuliert. Dafür gibt es am Ende aber einen ein hübsch leistungsfähigen Knotenpunkt. Statt der 304 Fahrzeuge können dann in der Spitzenstunde 934 abbiegen. Da hat man sogar noch etwas Luft, denn bisher werden 790 Fahrzeuge gezählt. Und außerdem gibt‘s ein Upgrade im Handbuch: von Qualitätsstufe F auf Stufe D.

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