Kranfahrer löst verhängnisvollen Dominoeffekt aus

Von: hr
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Ein Kranfahrer löste nach Polizeiangeben am Montag auf der Baustelle des Campus Melaten einen Unfall samt Dominoeffekt aus. Es entstand ein hoher Sachschaden, doch zum Glück wurde niemand verletzt. Foto: Imago/Imagebroker

Aachen. Kettenreaktion nennen es die einen, Dominoeffekt könnte man auch sagen. Tatsache aber ist, dass der Unfall auf der Baustelle des Campus Melaten am Montagnachmittag auch schlimmer hätte ausgehen können.

Das ist jedenfalls die Schlussfolgerung von Polizeisprecher Paul Kemen, der am Dienstag zum Glück mitteilen konnte, dass bei dem Unglücksfall an der Steinbachstraße zwar ein hoher Sachschaden entstanden ist, aber niemand Verletzungen davon getragen hat.

Wie Kemen weiter mitteilt, hat nach ersten Erkenntnissen offenbar ein unachtsamer Kranfahrer den Unfall verursacht und damit den verhängnisvollen Dominoeffekt ausgelöst. Der Fahrer hatte sich nämlich mit seiner Sattelzugmaschine an der Baustelle postiert.

Der Anhänger des Sattelzuges war mit einem Kran ausgestattet, mit dem die geladenen Steine entladen werden sollten. Jedenfalls musste der Fahrer den Sattelzug zur besseren Handhabung ein paar Meter umsetzen, vergaß aber, dass der Kran bereits ausgefahren war. Folglich riss er ein in einer Höhe von sechs Metern über die Straße gespanntes Telefonkabel ab. Mit diesem Kabel war ein Baustellencontainer mit dem öffentlichen Telefonnetz verbunden.

Mast fliegt durch die Luft

Das Telefonkabel hing zur Stabilisierung an einem Stahlseil, dieses Stahlseil und Kabel war an einer Straßenlaterne und einem massiven Baumast befestigt, das Telefonkabel wurde darüber hinaus über eine Entfernung von 150 Metern über mehrere, massive, in die Erde eingelassene Baumasten geführt, so dass nach Polizeiangaben „unter normalen Umständen ein Umstürzen unmöglich war“.

Dennoch kam es zur Kettenreaktion: Sämtliche Masten wurden aus ihren Verankerungen gerissen und fielen um. An den Baucontainern des benachbarten RWTH-Rohbaus wurde ebenfalls ein Mast aus der Verankerung gerissen. Er schnellte durch die Luft, durchbrach einen Bauzaun, riss Beleuchtungseinrichtungen und eine Werbetafel nieder und schlug schließlich in einen nicht besetzten Kleintransporter ein. Dessen Heckscheiben zerbarsten; das gesamte Heck wurde eingedrückt.

Der Mast flog weiter über die Fahrbahn und zerschlug die Radabdeckung des Anhängers. Die Straßenlaterne wurde durch den Ruck verschoben und zerkratzt. Erst jetzt rissen Kabel und Stahlseil. Zurück blieb eine Spur der Verwüstung sowie insgesamt fünf geschädigte Firmen beziehungsweise Institutionen. Und natürlich die Erkenntnis, dass alle mächtig „Schwein gehabt haben“, schließt Polizeisprecher Kemen seine Ausführungen.

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