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Kraftwerk auf dem Aseag-Dach

Von: Werner Breuer
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Sonnenanbeter: Peter Asmuth, Manfred Jakobs, Herbert Pegel, Frank Brösse, Hans-Peter Appel und Jürgen Linden (von links) setzen auf Solarenergie. Foto: Harald Krömer

Aachen. Grundsätzliches zur Lage der Stadt möchte der Stawag-Vorstand erst einmal klarstellen: Aachen ist durchschnittlich. „Die Zahl der Sonnen- und Regentage entspricht dem statistischen Mittelwert”, sagt Peter Asmuth.

Das gibt schon ein Quantum Trost, wenn man an einem grauen Regentag eine neue Solaranlage präsentiert.

Insgesamt 5300 Solarmodule hat das Versorgungsunternehmen auf das Dach der Bushalle bei der Aseag gepflanzt. Die 1,5 Millionen Euro teure Anlage mit einer Fläche von knapp 3800 Quadratmetern soll rund 380.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, womit jährlich etwa 110 vierköpfige Haushalte in Aachen versorgt werden können. „Ressourcenschonung ist ein schönes Wort”, meint Oberbürgermeister Jürgen Linden, „aber wir lassen Taten sprechen.” Schließlich habe die Stadt das ehrgeizige Ziel, den Kohlendioxydausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken.

„Dabei setzen wir auf regenerative Energien”, so Linden. Und damit andere das auch tun, will die Stadt mit ihren kommunalen „Töchtern” Stawag und Aseag ein Beispiel geben. „Wenn wir nicht bei uns selbst anfangen”, so der OB, „dann ziehen Bürger und Unternehmen nicht nach”.

Dann würde womöglich nichts aus den schönen Visionen von Manfred Jakobs. „Wir halten eine hundertprozentige Versorgung durch regenerative Energien für möglich”, sagt er und meint mit „wir” die Juwi GmbH. Mit der macht die Stawag gemeinsame Sache nicht nur auf dem Dach der Aseag. Den Anteil der erneuerbaren Energien will das Versorgungsunternehmen von derzeit 16 Prozent auf 40 Prozent im Jahr 2020 ausbauen.

Partner mit Erfahrung

Dafür haben sich die Aachener mit Juwi einen einschlägig erfahrenen Projektentwickler ins Boot geholt. Seit 1996 ist die Firma aus Rheinland-Pfalz in Sachen Windkraft, Photovoltaik und Bioenergie unterwegs. „Wir entwickeln die Projekte vor Ort”, sagt Jakobs und verweist auf weltweit über 700 Photovoltaikanlagen.

Dass aus dem einstigen Zwei-Mann-Ingenieurbüro ein Unternehmen mit etwa 400 Mitarbeitern geworden ist, sei vielleicht auch ein bisschen das Verdienst der Stawag, meint Asmuth: Das Aachener Modell zur kostendeckenden Vergütung sei 1995 eine Pioniertat gewesen. Weil von der Idee, dass sich die Einspeisung von Solar- oder Windkraftstrom in Netz auch für den Erzeuger wirtschaftlich lohnen muss, auch seine Firma profitiert haben könnte, sagte Manfred Jakobs artig danke.

Der Pionier von einst hat inzwischen neue Pläne: Die Stawag will gemeinsam mit Juwi und dem Energieversorger Enwor aus Herzogenrath in den nächsten vier Jahren jährlich zwei Megawatt Sonnen- und zehn Megawatt Windenergie zubauen. Auch OB Linden sieht noch ein „großes Ausbaupotenzial”, bislang werde in Aachen die Solarenergie noch eher „spärlich” genutzt.

Dabei gibt es für die hiesige Sonneneinstrahlung die passenden „Dünnschicht-Solarmodule”. „Die nutzen das Schwachlicht besser”, erklärt Stawag-Vorstand Asmuth. Am Freitag war das Licht ziemlich schwach - Meteorologen sprechen eher von starkem Regen - und produzierte dennoch etwas Strom auf dem Aseag-Dach. „Etwa zehn Prozent”, schätzt Peter Asmuth.

Aber die Statistik nährt die Hoffnung auf bessere Tage.
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