Kooperation: Lücken zwischen Schulen und Betrieben schließen

Von: Nina Krüsmann
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Vertreter der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, der Aachen-Münchener Versicherung und von drei Aachener Gymnasien haben Kooperationsvereinbarung unterschrieben: Von links Ralf Gablik (Schulleiter vom Einhard-Gymnasium), Viktor Wenner (Perosnalleiter bei der Aachen-Münchener Versicherung), Jürgen Koch (momentan Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren), Josef Els (Schulleiter am Bischöflichen Pius-Gymnasium) und Paul-Wolfgang Jaegers (Schulleiter am Kaiser-Karls-Gymnasium). Das Ganze beobachtet stehend Markus Terodde (Dezernent für regionale Entwicklung, Bildung, Jugend und Kultur bei der Städteregion Aachen). Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Situation ist bekannt: Einerseits besteht ein großer Fachkräftebedarf, die Betriebe finden kaum geeignete Mitarbeiter. Andererseits meldet die Agentur für Arbeit immer noch hohe Arbeitslosenzahlen und rund 4500 junge Menschen unter 25 Jahren sind erwerbslos. In Aachen wurde nun eine neue Kooperation vereinbart, um hier konkrete Abhilfe zu schaffen.

Die Agentur für Arbeit Aachen-Düren, die Aachen-Münchener Versicherung und drei renommierte Aachener Gymnasien haben symbolisch besiegelt, den Übergang zwischen Schule und Berufsleben zukünftig verstärkt in den Fokus zu nehmen.

„Unser Ziel ist, die Lücke zwischen den Schulen und den Betrieben zu schließen, Mittler im Bereich der Berufsfelderkundung zu sein und mehr Nähe zu schaffen“, betont Jürgen Koch, momentan Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren. Er wertet die Kooperation als richtungsweisenden Akzent. „Unser Motto lautet ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘, bekräftigt er. „Um als Unternehmen eigenständig Nachwuchs zu fördern, bieten wir ein sogenanntes duales Studium an“, erklärt Viktor Wenner, Personalleiter der AachenMünchener.

Insgesamt zwölf Schüler pro Gymnasium verbringen jeweils einen Berufserkundungstag, an dem sie in den Betriebsalltag der Versicherung „hineinschnuppern“ können. „Dabei geht es nicht spezifisch um den Versicherungsalltag, sondern um das betriebliche Arbeiten in ganzer Breite. Viele junge Leute haben zum Beispiel veraltete Ideen von Büroarbeit“, erklärt Wenner die Idee. Er wertet die neue Kooperation als ein wichtiges Signal. Auch Koch unterstreicht: „Ein Anfang ist gemacht, und wir hoffen, dass die Beteiligten Vorbild für weitere Schulen und Betriebe sind“. Der Nutzen sei beidseitig: „Wir können erleben, was Jugendliche heute denken, und die jungen Leute erleben unseren Betriebsalltag“, betont Wenner.

„Wir ermöglichen Orientierung und Motivation und wollen zeigen, dass Arbeit auch Spaß macht“, sagt Markus Terodde, Dezernent für regionale Entwicklung, Bildung, Jugend und Kultur bei der Städteregion Aachen. Bislang seien besonders die Hauptschulen sehr aktiv gewesen, hätten in Kooperation mit dem Handwerk beispielsweise mit „Startklar“ erfolgreich Berufsfelderkundung angeboten.

Dr. Josef Els, Schulleiter am Bischöflichen Pius-Gymnasium, erklärt den Nutzen aus Schulsicht: „Berufsorientierung im klassischen Sinne gibt es an unseren drei Gymnasien bereits seit mehr als 25 Jahren. Neu ist, dass wir sehr früh in Klasse 8 beginnen, eine Potentialanalyse mit den Schülern machen, ihre Interessen und Fähigkeiten prüfen und eine intensive Kooperation mit Firmen pflegen.“ Für Ralf Gablik, Schulleiter am Einhard Gymnasium, ist ein entscheidender Vorteil, etwaigen Studienwechseln oder sogar –abbrüchen durch frühzeitige Orientierung zu vorzubeugen. „Es ist wichtig, hierfür neue Strukturen zu schaffen. So viel Beratung wie heute hat es noch nie gegeben“, bekräftigt Dr. Paul-Wolfgang Jaegers, Schulleiter am Kaiser-Karls-Gymnasium.

In den kommenden Monaten sollen weitere Kooperationsverträge mit allen Schultypen der insgesamt 234 Schulen in der Städteregion und Firmen verschiedener Branchen folgen.

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