Aachen - Kontroverse Bundeswehr-Diskussion kommt sehr gelegen

Kontroverse Bundeswehr-Diskussion kommt sehr gelegen

Von: Gerald Eimer
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Rabban Al-Qas wird am Sonntag mit dem Aachen Friedenspreis ausgezeichnet.

Aachen. Ein mit Bangen erwarteter Militärschlag in Syrien verschafft der diesjährigen Friedenspreisverleihung am Sonntag in der Aula Carolina zusätzliche Aufmerksamkeit. Insbesondere die im Umfeld angesiedelten Begleitveranstaltungen von DGB und Antikriegsbündnis werden am 1. September – der in Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs auch Antikriegstag genannt wird – auf die Lage in Syrien eingehen und gegen einen neuen Krieg protestieren.

Der Friedenspreis 2013 geht im 25. Jahr seines Bestehens ausschließlich an Schulen. Insbesondere die deutschen Preisträger – „Schulen ohne Bundeswehr“ – haben dabei im Vorfeld für kontroverse Diskussionen gesorgt. Den Aachener Friedensbewegten ist dabei nicht nur ein Preisträger abhanden gekommen – die Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf hat die Auszeichnung zurückgewiesen –, auch CDU und FDP gingen auf Distanz, und nicht zuletzt kritisierte die Bundeswehr selbst die Auszeichnung: Denn das Lob geht an das Robert-Blum-Gymnasium in Berlin und die Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach, die per Konferenzbeschluss Unterrichtsbesuche von Jugendoffizieren ablehnen. Aus Sicht des Friedenspreises setzen sie damit ein deutliches Zeichen gegen „die Militarisierung der Gesellschaft“ und gegen „als Lehrveranstaltungen getarnte Werbeveranstaltungen“ der Bundeswehr.

Dass über diese Einschätzung öffentlich sehr kritisch diskutiert wurde, sei zu erwarten gewesen, meint Friedenspreis-Pressesprecherin Lea Heuser, „aber das war ja auch in unserem Sinne“. Etwas in den Hintergrund geraten ist derweil jedoch der andere durchaus beachtenswerte internationale Preisträger, die von Bischof Rabban Al-Qas gegründete Schule im nordirakischen Dohuk. Religion hat an der Schule ausdrücklich nichts zu suchen, Mädchen und Jungen werden gleichberechtigt unterrichtet: So soll der Grundstein für ein neues Miteinander in einer gesellschaftlich tief gespaltenen Region gelegt werden.

Jeweils ein Schüler und ein Lehrer der drei Einrichtungen werden den Friedenspreis am Sonntag, 1. September, in der Aula Carolina, Pontstraße, entgegennehmen und ihre Dankesreden halten. Die Laudatio hält Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Grußworte sprechen Tina Terschmitten für den Friedenspreis und Björn Jansen (SPD) als Bürgermeister der Stadt Aachen. Musikalisch durchaus fetzige und humorvolle Akzente setzt das Aachener Schlagsaiten-Quantett. Die Veranstaltung zu Ehren der „Preisträger von unten“ beginnt um 19 Uhr. Wie immer ist sie für alle Interessenten frei zugänglich.

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