Aachen - Konsum nachhaltig gestalten mit Projekt „Gutes Leben 2.0“

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Konsum nachhaltig gestalten mit Projekt „Gutes Leben 2.0“

Von: Laura Laermann
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Projekthöhepunkt: Andrea Milcher, Maryam Aliakbari, Sabrina Seiffert und Fernando Codoceo vom Eine Welt Forum Aachen (von links) stellen das vielseitige Programm bei der Mitmach-Konferenz Gutes Leben 2.0 vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Unser Lebensstil? Für die Umwelt eine Katastrophe, darin sind sich Experten längst einig. Klimawandel, sinkende Fischbestände, Wasser- und Umweltverschmutzung – all das sind Folgen des wachsenden Konsums. Lösungen müssen her. Daran arbeitet das Eine Welt Forum Aachen in dem Projekt „Gutes Leben 2.0“.

Begonnen hat das Projekt im März 2016 in Kooperation mit dem BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend Diözesanverband). Im August diesen Jahres soll es seinen Abschluss finden. Als Höhepunkt soll am 29. und 30. Juni die „Mitmach-Konferenz“ in der Jugendbildungsstätte Rolleferberg in Aachen stattfinden.

„Wir merken, dass immer mehr Menschen ihre Lebenszufriedenheit hinterfragen. Dabei geht es nicht unbedingt nur um existenzielle Fragen, sondern auch um Soziales und Politik“, erklärt Fernando Codoceo vom Eine Welt Forum. Bei der zweitägigen Mitmach-Konferenz werden alternative Modelle vorgestellt, die nicht nur den eigenen Lebensstil, sondern auch das Ökosystem positiv beeinflussen sollen.

Foodsharing und Tauschbörse

Den Teilnehmern werden bei der Mitmach-Konferenz Vorträge, Aktionen und neun Workshops mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten geboten. Dabei geht es unter anderem um Umweltpsychologie, Klimaschutz, nachhaltigen Konsum und Persönlichkeitsentwicklung.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ werden zudem alternative Wirtschaftsmodelle wie Foodsharing, solidarische Landwirtschaft oder Tauschbörse vorgestellt. Und bei einer Kräutertour lernen die Teilnehmer, wo sie Wildkräuter finden und wie sie diese einsetzen können, in einem Gemüse-Workshop geht es ums Eingemachte. „Wir wollen auf dem untersten Level ansetzen – im Alltag“, erklärt die Projektleiterin Andrea Milcher. „Um global etwas bewirken zu können, müssen wir bei den kleinen Dingen beginnen.“

Bei der Konferenz wird auch der „Globale Supermarkt“ präsentiert, eine Ausstellung, die als ein Ergebnis des Projekts entstanden ist. Besucher des fiktiven Supermarktes können aus 150 Produkten auswählen und erhalten am Ende ihres Einkaufs „die Quittung“.

Anders als gewohnt sind darauf aber keine Preise zu finden, sondern die Ressourcen wie Wasser und Fläche, die für die Herstellung der Produkte benötigt wurden. Außerdem erfährt man, wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) für die Produktion ausgestoßen wurde und welchen Einfluss diese auf die Lebensbedingungen der Arbeiter haben. „Mit dieser Aktion wollen wir die Menschen für ihren täglichen Konsum sensibilisieren.“

Aber auch die anderen Aktionen der Mitmach-Konferenz sollen wachrütteln. „Am Ende ist es eine Verteilungsfrage: Wenn für die Lebensmittel, die wir konsumieren, massive Bewässerung nötig ist, steht der lokalen Bevölkerung kein Trinkwasser mehr zu Verfügung“, macht Maryam Alikbari vom Eine Welt Forum deutlich. Codoceo ergänzt: „Momentan dominiert eine individualistische Gesellschaft. Unser Ziel ist aber: zusammenarbeiten statt konkurrieren.“

Einige Menschen konnte dieser Gedanke schon überzeugen: „Wir haben den Eindruck, dass sich viele Leute engagieren wollen und in den Startlöchern stehen“, sagt Milcher. „Es ist eine Art Netzwerk aus Menschen und Vereinen entstanden.“

Die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, Brot für die Welt und der Katholische Fonds finanzieren das Projekt. Eine Teilnahme bei der Mitmach-Konferenz ist gegen eine Gebühr von zehn Euro möglich; aber auch für Interessierte, die den Betrag nicht zahlen können, sehen die Veranstalter eine Möglichkeit. Es werden 100 Plätze angeboten.

 

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