Aachen - Komödie „Die Vögel“: Frustrierte Griechen suchen bessere Welt

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Komödie „Die Vögel“: Frustrierte Griechen suchen bessere Welt

Von: Hanny Hellrung
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Uralt und dennoch aktuell: In der Komödie „Die Vögel“ leiden zwei Athener unter der wirtschaftlichen Lage. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Eine Komödie zum Abschied: Das Theater Ludus führte am Samstag „Die Vögel“ des griechischen Dichters Aristophanes in der Kirche St. Peter am Bushof auf. Der Anlass ist die Auflösung der Jesuitenkommunität – nach 400 Jahren Präsenz in Aachen.

„Wir möchten uns mit diesem Stück bei den Jesuiten für die fruchtbare Zusammenarbeit bedanken und hoffen, dass sie heute noch einmal herzlich lachen werden“, so Regisseurin und Theaterpädagogin Ingrid Wiederhold vor der Aufführung. Bereits bei der ersten Inszenierung im Jahr 2002 gaben die Ordensbrüder dem Theater Ludus eine Plattform in der Jesuitenkirche an der Lothringerstraße.

Die Uraufführung von „Die Vögel“ fand 414 vor Christus statt, aber für Ingrid Wiederhold ist „die Komödie aktueller denn je“. Darin geht es um zwei Athener Bürger, die sich aus Frust über die schlechte politische und wirtschaftliche Lage in Athen auf die Suche nach einer besseren Welt begeben. Schließlich gründen sie in den Lüften die Stadt „Wolkenkuckucksheim“ und herrschen über die Menschen- und Götterwelt. Als Vogelstadt „Wolkenkuckucksheim“, die eine Parodie auf Athen darstelle, könne heute sicherlich jede westliche Metropole dienen, meint Wiederhold. Pater Hans-Theodor Mehring erklärt: „Den Himmel auf Erden gibt es in ‚Die Vögel‘ nur, weil Gewalt eingesetzt wird. Deshalb wird die Komödie zu einer Tragödie“.

Das zahlreich in die Kirche gekommene Publikum genoss die gelungene Vorstellung sichtlich – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn die Ordensleute halten sich – mit einigen Unterbrechungen – seit dem Ende des 16. Jahrhunderts in Aachen auf und haben in dieser Zeit hier viel bewirkt. Im Bereich Bildung und Jugend engagieren sie sich bis heute. Beispielsweise geht das Kaiser-Karls-Gymnasium auf die Gründung eines Jesuitenkollegs zurück, und auch die Bleiberger Fabrik wäre ohne die Patres kaum denkbar.

Aber vor allem in der Seelsorge wird man Pater Josef Bill, Pater Johannes Günter Gerhartz und Pater Hans-Theodor Mehring schmerzlich vermissen. Denn bisher konnte kein Ersatz für die Beichtgelegenheiten in der Kirche gefunden werden, welche die Ordensleute bisher in St. Peter angeboten haben. Die 1600 Menschen, die jedes Jahr kommen und sich aussprechen wollen, müssen deshalb von nun an nach anderen Beichtgelegenheiten suchen.

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