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Kommentiert: Falsches Schlachtfeld

Ein Kommentar von Christian Rein

„Rasur für alle!“ lautet die genderbewusste Parole. Mit schwarzer Farbe ist sie zum wiederholten Mal quer über das Schaufenster des ersten und einzigen Barbershops in Aachen - einem Herrenfrisör amerikanischer Prägung - gesprüht worden.

Außerdem wurde das Auto des Frisörs zerkratzt, die Fensterscheibe bespuckt, „Fuck you“ mit Lippenstift draufgeschmiert. Ganz ehrlich: Bei dieser Art von Debatten-„Kultur“ stehen mir die Haare zu Berge.

Pascal Jahn frisiert in seinem Geschäft nur Männer. Das kann man altmodisch finden. Und sicherlich bedient Jahn auch Macho-Klischees, wenn „Playboy“, „Beef“ und „Auto-Bild“ statt „Gala“, „Bunte“ und „Brigitte“ die Wartezeit verkürzen. Statt Kaffee gibt es auf Wunsch ein Bier, und der gepflegte Herrenwitz findet neben der Debatte über den letzten Bundesliga-Spieltag auch seinen Platz.

Dieses Angebot richtet sich - auch im Falle eines Damenbartes oder anderer haariger Auswüchse („Rasur für alle!“) - eben nicht an Frauen. Es findet allerdings auch nicht automatisch jeder Mann Gefallen daran. Ich zum Beispiel. Das kann aber keine Rechtfertigung für Sachbeschädigung sein.

Selbst wenn Jahn ein veraltetes Frauenbild haben sollte (was nicht bekannt ist), beschneidet er keine Frauenrechte. Er will ihnen einfach nur nicht die Haare schneiden. Wem das nicht gefällt, der braucht nicht hinzugehen. Er ist ja Gott sei Dank nicht der einzige Frisör in Aachen.

Als Schlachtfeld für die Genderdebatte ist die Schaufensterscheibe eines Herrenfrisörs jedenfalls ungeeignet.

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