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Komisch, bissig und mit einem Schuss Ironie

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
„Erst schippen, dann shoppen
„Erst schippen, dann shoppen”: Gastgeber Wendelin Haferkamp
machte sich Gedanken über die Kaiserplatz-Galerie. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Mit Tina Teubner und Horst Evers waren alte Bekannte bei „Au Banan” zu Gast, die schon etliche Male ihre Visitenkarte bei dem von Wendelin Haverkamp veranstalteten Kleinkunstspektakel abgegeben haben.

Da beide zu den Besten ihres Metiers gehören, häuften sich für die Besucher der 81. Vorstellung von „Au Banan” die Gelegenheiten, ausgiebig und begeistert Beifall zu spenden.

Nach der musikalischen Einführung, wie immer von Freddy Matulla gespielt, hatte zunächst Tina Teubner ihren Auftritt. Sie ist eine brillante Kabarettistin, die umwerfend komisch, bissig und ironisch bestens unterhält. Darüber gerät etwas die Tatsache ins Hintertreffen, dass sie eine ausgezeichnete Musikerin ist, die mit ihrer schönen und extrem wandelbaren Stimme punktet und darüber hinaus auf einem Niveau Geige spielt, dass es jedem Zigeuner-Primás zur Ehre gereichen würde. Mit Ben Süverkrüp, hat sie einen exzellenten Musiker als Begleiter, der sich brillant aufs Klavierspielen versteht.

Auf der Bühne des Franz gibt die bekennende „allein erziehende Ehefrau” „autoritäre Liebeslieder” aus ihrem neuen Programm „Männer brauchen Grenzen” zum Besten: „Er fühlt sich nur als Mann, wenn er eine Grenze hat, die er salopp verschieben kann.” Dabei bleibt vor allem festzuhalten: Man(n) erkennt sich wieder.

Horst Evers ist ein Meister des gesprochenen Wortes. Auch wenn sein Vortrag vordergründig unbeholfen wirkt, so zeigt sich sehr schnell die geradezu chirurgische Präzision, mit der er eine ganz normale Alltagssituation ins Absurde wendet. Wie einmal eine Kritikerin anmerkte: „Für Host Evers ist überall Absurdistan.” Der Kabarettist, der erst vor wenigen Wochen mit dem Titel „Der König von Berlin” unter die Krimi-Autoren gegangen ist, betrachtete unter anderem das Leben in Berlin und ging der Frage nach, ob Berlin denn nun tatsächlich eine große Metropole sei oder doch nur einfach eine Stadt, die auch mal einen Flughafen bauen wollte.

In Sachen Hauptstadtflughafen Schönefeld konnte er aber Entspannung verkünden: Erst am Montag wurden zwei Feuerlöscher geliefert, am Mittwoch werden sie gefüllt. Klar, dass auch bei den weiteren kleinen, feinen Geschichten wie etwa von dem Koffer, der sich selbstständig macht, oder dem Vater, der am Studientag mit den Kindern der Klasse seines Sohnes ins Schwimmbad geht, kein Auge trocken bleibt.

Wie Aachen 1945

Wendelin Haverkamps Beitrag zur jüngsten Ausgabe von „Au Banan”, die am 8. Dezember um 16.05 Uhr auf WDR 5 in der „Unterhaltung am Wochenende” zu hören sein wird, reflektierte unter anderem den Stand der Dinge in Sachen Kaiserplatz-Galerie. Die dortige Brache stehe kurz vor der Einweihung als Kriegs-Monument, sei sie doch ein realistisches Abbild davon, wie Aachen 1945 ausgesehen habe.

Interessant sei auch die Möglichkeit der Errichtung einer Spaßbaustelle nach dem Motto „Erst schippen, dann shoppen”. Mit dem Bologna-Prozess und der Network Society als Kombination von Entmündigung und Verblödung gab es weitere bissig-kritische Betrachtungen gesellschaftlicher Realitäten unserer Zeit.
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