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Königliche Antwort auf die süße Post

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Post, die lange in Erinnerung bleibt: Die Jungen und Mädchen der Grundschule Oberforstbach zeigen stolz ihre Briefe von Prinz Charles. Foto: Harald Krömer

Aachen. Riccarda rutscht immer noch ein wenig unruhig auf ihrem Stuhl hin und her, wenn Sie den Brief in den Händen hält, der ihr vor zwei Tagen von Klassenmaskottchen Handpuppe Ginger überbracht wurde. So wie der Neunjährigen geht es auch ihren 18 Kameraden der Klasse 4a der Gemeinschaftsgrundschule Oberforstbach.

„Wir waren ganz schön aufgeregt, schließlich bekommt ja nicht jeder Post vom Prinzen”, sagt Riccarda. Ende November haben die Jungen und Mädchen ein Päckchen an Prinz Charles nach England geschickt und jetzt eine Antwort erhalten.

Emotionen wecken

Jede Klasse der Grundschule hat sich ein Tier ausgesucht, und eigentlich ist die 4a in der Schule die Katzen-Klasse. „Manchmal verwandeln wir uns aber auch”, verrät Klassenlehrerin Christiane Karban mit einem Augenzwinkern. So wie jetzt: Da wurde aus der Katzen- mal eben eine Bienen-Klasse. Bienen und Honig begleiten die Jungen und Mädchen der 4a schon länger.

Christiane Karban war früher nämlich selbst einmal Imkerin. Und da die Schule viel Wert darauf legt, den Kindern die Natur nahe zu bringen und Emotionen für sie zu wecken, hat die Lehrerin Bienen immer wieder zum Thema gemacht. Als Christiane Karban dann vom königlichen Honig-Projekt hörte, war für sie gleich klar: „Das ist etwas für den Englischunterricht.” Aber was genau verbirgt sich hinter dem Projekt?

Prinz Charles hat sich im vergangenen Jahr kritisch zum Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) geäußert und prompt jede Menge Kritik von Presse und Gentechnik-Lobby einstecken müssen. Aus diesem Grund hat sich eine Reihe von Imkerverbänden entschlossen, dem Prinzen in dieser Debatte öffentlichkeitswirksam den Rücken zu stärken. Weltweit haben sich Imker zusammengeschlossen, sich mit den Mitarbeitern des Prinzen abgesprochen und dafür geworben, ein Glas Honig als Ausdruck der Unterstützung an Prinz Charles zu schicken.

Anna-Lena hat ganz genau aufgepasst, was dann geschehen soll: „Der Prinz will die Presse zu einem Fototermin einladen und ihnen alle Gläser zeigen.” Simon weiß, „dass der Honig nach dem Pressetermin an Waisenkinder und andere Bedürftige verschenkt wird”. „Auch wir wollten den Prinzen unterstützen”, sagt Frederick und lächelt. Gesagt, getan. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin verfassten die Jungen und Mädchen einen Brief, den jedes Kind zu Hause noch mit persönlichen Details ergänzte. Alle Briefe und von jedem ein Glas Honig wurden in einen großen Karton gepackt und nach England geschickt. „Das hat 25 Euro Porto gekostet”, erklärt Simon.

Einige Wochen sind seitdem ins Land gezogen. Für die meisten Kinder war das Projekt damit abgeschlossen. „Wir haben gar nicht mehr mit einer Antwort gerechnet”, erzählt Maurice. Und mit so einer Antwort hat die Klasse schon mal gar nicht gerechnet. In dem großen braunen Umschlag verbarg sich nicht ein einzelnes Antwortschreiben für alle.

Für jeden ein Foto

Nein, jedes Kind der bee-class (Bienen-Klasse) bekam einen eigenen Brief, mit dem jeweiligen Namen darauf, und auch der Inhalt war keinesfalls einheitlich, sondern bei jedem Kind ein wenig verändert. Und das war längst nicht alles. „Ich hätte nie gedacht, dass jeder von uns auch ein Foto vom Prinzen bekommt”, sagt Kira. Für die Lehrerin steht fest, dass alle Kinder von dem Projekt profitiert haben: „Es ist für die Kinder wichtig, dass sie merken, wie man helfen kann.” In Erinnerung wird die königliche Post sicherlich noch lange bleiben. „Ich reite gerne und der Prinz ja auch. Wenn ich jetzt auf dem Pferd sitze, dann denke ich immer an ihn”, verrät Maren mit einem Schmunzeln.

Brief und Foto bekommen bei Maren, Riccarda sowie den anderen Jungen und Mädchen natürlich einen Ehrenplatz
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