Kölner Regionalrat fordert die Zeelink-Alternativroute

Von: Thomas Vogel
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Die Pipeline wird in einem 30 Meter breiten Korridor verlegt. Foto: imago

Aachen/Köln. Die Diskussion im Plenarsaal der Bezirksregierung in Köln dauerte nicht lange – ruck zuck war klar, dass es zum Thema Gasferntrasse „Zeelink I“ keine zwei Meinungen gibt.

Durch die Bank waren sich die Abgeordneten des Regionalrates des Regierungsbezirks Köln in der Sitzung am Freitag einig darüber, dass die Pipeline nicht durch den Aachener Süden und damit geradewegs durch die Naturschutzgebiete Brander Wald und Indetal führen darf.

Eigentlich sollte das Gremium das Ergebnis des von der Bezirksregierung Köln durchgeführten Raumordnungsverfahrens nur zur Kenntnis nehmen. Am Ende der Wortmeldungen, die etwa 15 Minuten in Anspruch nahmen, überlegten die Delegierten jedoch, ob nicht sogar eine Resolution formuliert werden sollte. Entschlossen hat man sich schließlich für einen Beschlusszusatz: „Der Regionalrat Köln fordert das Unternehmen Open Grid Europe GmbH auf, im nachgelagerten Planfeststellungsverfahren die Aachener Variante entlang der A44 zu verfolgen.“

Der leitende Regierungsdirektor Heribert Hundenborn hatte zuvor erklärt, im Raumordnungsverfahren sei die 2008 geplante Trasse, die das Unternehmen RWE damals für eine Pipeline im Auge gehabt habe, als Alternative zur südlichen Route geprüft worden. Auf der Ebene der Raumordnung sei jedoch keine andere Beurteilung möglich gewesen als jene, die später in Aachen – auch in der Lokalpolitik und bei der Stadtverwaltung – für jede Menge Kopfschütteln sorgen sollte.

Richtig heftig wurden die Köpfe vor allem in Brand geschüttelt. Heiner Höfken (SPD) bezog sich noch einmal auf die Bürgerinformationsveranstaltung von OGE in dem Aachener Stadtteil, zu der rund 600 Menschen gekommen waren. Der Pipelinebauer habe wohl realisiert, dass die Vorzugstrasse durch den Aachener Süden vielleicht günstiger umzusetzen sei, aber auch das Risiko berge, verzögert zu werden, mutmaßte er. Diese Gefahr bestehe mit Blick auf die Alternativroute kaum. Den Vorschlag von Ulrich Göbbels (FDP), OGE in den Regionalrat einzuladen, um sich alle Möglichkeiten einmal detailliert vorstellen zu lassen, fand nicht den Weg in den Beschluss.

Regierungsdirektor Hundenborn berichtete außerdem, OGE habe sich auch der Bezirksregierung gegenüber dahingehend geäußert, die von der Stadt Aachen vorgeschlagene Route an der Autobahn 44 entlang erneut genau prüfen und einer parzellenscharfen Betrachtung unterziehen zu wollen. Eine endgültige Entscheidung für eine der Trassenführungen wird spätestens zur Einreichung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren fallen. Das will OGE bis Mitte des Jahres schaffen.

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