Aachen - Knotenpunkte erleichtern die Orientierung im Aachener Wald

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Knotenpunkte erleichtern die Orientierung im Aachener Wald

Von: Werner Czempas
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Wo bin ich? Wanderer im Öcher Bösch sehen bisweilen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Mit dem neuen Knotenpunkt-System sollen sie leichter den eigenen Standort bestimmen können. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Ich bin dann mal weg.“ Wer nicht mal so eben eine geruhsame Runde um den Stauweiher Diepenbenden dreht, sondern sich mit Hape Kerkelings geflügeltem Wort zu einem größeren Marsch durch den Aachener Wald aufmacht, sieht bald vor lauter Bäumen den Busch nicht mehr.

Da hilft auch nicht, die Wanderkarte auf den Kopf zu stellen und in alle Himmelsrichtungen zu peilen. Wege, Kreuzungen, überfrachtete Orientierungstafeln, Schilder und rätselhafte Hieroglyphen in allen Farben bescheren manchmal ein „unübersichtliches Plaketten-Suchspiel“, wie selbst Forstamtsleiter Gerd Krämer zugibt. Das soll sich ändern.

„Knotenpunktsystem” heißt das Zauberwort. Wanderer in der belgischen Voerstreek und im niederländischen Midden-Limburg kennen es. Wie ein Netz, sagt Krämer, soll sich das Knotenpunktsystem auch über die markierten 190 Kilometer Wanderwege im Aachener Wald legen.

Das System ist verblüffend einfach: Alle Kreuzungen (Knotenpunkte) im Wald werden mit Holz- oder Metallpfosten markiert und mit einer Nummer deutlich gekennzeichnet. Die Nummern prangen in weißer Schrift in einem Kreis auf vorgeschlagen anthrazitfarbenem Grund. Die Markierung zeigt weiter als Piktogramm zwei Wanderer und den Zusatz „Knotenpunkt“. Ein Richtungspfeil weist zum nächstgelegenen Knotenpunkt mit dessen Nummer hin.

Auf den Pfosten werden zwei Millimeter starke Aluminiumplaketten (Knotenpunktköpfe) befestigt. Nummern und Pfeile werden nicht auf die Alu-Plaketten aufgedruckt, sondern mit einer wetter- und lichtbeständigen Folie aufgeklebt. Auf den Pfosten oder seitlich können zusätzlich „Minikarten“ angebracht werden.

Mit den großen Orientierungstafeln wie bisher und dem neuen Knotenpunktnetz mit Nummern und Minikarten kann sich der Wanderer oder Spaziergänger im Wald viel leichter als bisher orientieren. Schnell kann er überall seinen Standort bestimmen und Entfernungen abschätzen. Er kann seine individuelle Tour planen und zusammenstellen und dabei an jedem Knotenpunkt auch spontan entscheiden, wie weit und wohin er noch laufen will.

84 Knotenpunkte sollen „schnellstmöglich“, das heißt „noch rechtzeitig zu Beginn der Wandersaison 2014“ (Krämer) eingerichtet werden. 282 Zwischenmarkierungen und 52 Minikarten werden den Wanderern helfen. Die mittlerweile 20 Jahre alten 35 großen Orientierungstafeln werden durch neue ersetzt. Gesamtkosten des Aachener-Stadtwald-Wanderwege-Knotenpunktsystems: 66 000 Euro.

Im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz plagten den Grünen Gerald Volkmer leichte Bauchschmerzen, ob denn die neuen Knotenpunktköpfe „nicht attraktiv werden können für Leute, die Aluminium sammeln“. Schließlich liege das Kilo um die elf Euro. Vorsitzende Sabine Göddenhenrich ist sich bei den wenigen und nur zwei Millimeter dünnen Dingern im Öcher Bösch dennoch sicher: „Damit kann man nicht reich werden.“

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte, der Umweltausschuss und schließlich auch der Stadtrat stimmten für das neue einheitliche und durchgängige System an markierten Wanderwegen.

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