Klinikum: Umorientierung fällt manchem Fahrer schwer

Von: Heiner Hautermans
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Die neuen Ein- und Ausfahrten liegen allesamt an der Kullenhofstraße. Montag waren sie auch noch über die Pauwelsstraße errreichbar, diese wird jedoch bald zur Umwelttrasse nur für Busse, Krankenwagen und Taxis. Foto: Ralf Roeger
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Immer wieder bildeten sich kleinere Rückstaus auf der Kullenhofstraße, weil die gewohnten Einfahrten abgepollert waren. Fotos (3): Ralf Roeger Foto: Ralf Roeger
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An fünf Automaten kann bezahlt werden. Sie können auch mit Scheinen und Karten gefüttert werden.

Aachen. Das wäre in den letzten 20, 30 Jahren so nicht vorgekommen: Morgens um 9.30 Uhr am Uniklinikum Aachen das Auto schnell abstellen zu können. Am Montag ging es. Apag-Mitarbeiter Albert Schirp, an einer neuen Schranke das neue System erklärend: „Sonst haben sie um diese Zeit keinen Parkplatz gekriegt. Die Schichtarbeiter mussten eine halbe Stunde früher zum Dienst kommen.“

1985 ist das Riesenkrankenhaus feierlich eingeweiht worden, 1971 hatte der Bau eines der größten Gebäude Europas in Melaten begonnen. Immer wieder gab es Vorschläge, für die zahllosen Patienten, Studenten und rund 5000 Beschäftigten ein Parkhaus zu errichten, doch der ruhende Verkehr machte sich von Anfang an in der Fläche breit.

Nahe dem Haupteingang gab es 500 gebührenpflichtige Parkplätze beispielsweise für Kurzparker, der Rest war kostenfrei. Diese Zeiten sind seit Montag vorbei. Nachdem hunderte Bäume gefallen und die Asphaltflächen bis auf den letzten nutzbaren Quadratmeter ausgeweitet worden sind, wurden mehr Stellflächen geschaffen. 2200 sind es derzeit, allesamt kostenpflichtig. Für die Mitarbeiter ist die Sache mit 15 Cent pro Stunde und maximal einem Euro pro Tag vergleichsweise günstig, sie zahlen per Nupsi-Transponder.

Teurer ist es für Otto Normalverbraucher, er muss seit Montag ein Euro pro angefangene Stunde zahlen, maximal neun Euro pro Tag. Parallel wurde um 5 Uhr die Verkehrsführung geändert – Zu- und Abfahrt erfolgt nicht mehr über die Pauwelsstraße (direkt am Klinikum), sondern über die verlängerte Valkenburger Straße/Kullenhofstraße, auch die Bushaltestelle vor dem Haupteingang wurde in Richtung Steinbergweg verlegt.

Umgewöhnung notwendig

Viele Änderungen also für die Verkehrsteilnehmer, viel Umgewöhnung. So strandet der Fahrer eines roten Opel bei Albert Schirp, er hat noch nicht bezahlt: „Sie müssen zurück zum Bezahlautomaten“, erklärt der Apag-Mitarbeiter geduldig. Der Mann setzt zurück, zum Glück hat sich hinter ihm noch keine Schlange gebildet: „Alle Neuerungen sind schwer.“

Das zeigt sich, als irritiert eine Frau anhält, die zu einer Untersuchung muss: „Man findet sich gar nicht mehr zurecht. Alles ist anders.“ Eine junge Mutter wartet vor dem Automaten und ist ungeduldig: „Wir haben einen Termin und das nervt.“ Auch ein Patient aus Eschweiler findet die Neuerungen nicht so toll: „Heute war es ein bisschen problematisch. Man war nicht daruf vorbereitet.“

Die Gebühren in Ordnung findet eine Seniorin aus Heimbach: „Dann bekommt man wenigstens einen Parkplatz.“ Eine Frau mit Krücken sitzt im Wartehaus vor dem Haupteingang, als Aseag-Mitarbeiter Wolfgang Bendiks ihr erklärt: „Hier kommt heute kein Bus mehr. Die Haltestellen sind alle verlegt.“ Als er hört, dass die Frau frisch an der Hüfte operiert ist, hält Bendiks kurzerhand einen Bus an und lässt sie einsteigen.

Projektleiter Wolfgang Mesenholl von der Planungsgruppe MWM: „Für den ersten Tag ist es gut gelaufen. Wir hatten kaum Rückstaus.“ Sicher hätten sich manche ein bisschen verärgert gezeigt, aber: „Mit ein bisschen Hilfe haben alle den Weg gefunden.“ 7000 Fahrzeuge steuern täglich die Parkplätze an, sie werden über vier Einfahrt- und drei Ausfahrschranken gesteuert. Fünf Bezahlautomaten gibt es zurzeit, zwei weitere sind in der Mache.

Im Klinikum selbst kann das bei der Einfahrt gezogene Ticket –noch – nicht bezahlt werden: „Die Netzwerkverbindung stammt aus den 70er Jahren“, kündigt Apag-Geschäftsführer Herbert Sliwinski, ebenfalls vor Ort, Besserung an. Auch Klinikumsprecher Dr. Mathias Brandstädter ist am Nachmittag zufrieden: „Es gab keine größeren Schwierigkeiten.“

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