Aachen - Klimaveränderungen: RWTH-Experten warnen vor Überschwemmungen

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Klimaveränderungen: RWTH-Experten warnen vor Überschwemmungen

Von: Werner Czempas
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Blick auf Aachen vom Haarberg: Wegen der Talkessellage steckt Aachen in einer „klimatisch angespannten Situation.“ Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Stadt Aachen, sagen die Wissenschaftler, stecke in einer „talkesselbedingten klimatisch-lufthygienisch angespannten Situation“. Laut Prognosen verschärfe sich die Lage in den nächsten Jahrzehnten. Die Zahl der „Tage mit Hitzestress“ steige an, Überschwemmungen drohten.

Werde nicht gegengesteuert, hätte die Klimaveränderung auch für die Stadt „ab 2050 gravierende Auswirkungen“.

Weil das von den Jahren und folglich gefühlsmäßig noch lange hin ist, schauten die Politiker denn auch ziemlich unaufgeregt drein, als der Planungsausschuss und der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz gemeinsam über ein „Klimafolgen-Anpassungskonzept“ berieten. Das heißt, zu beraten hatten die Politiker noch wenig. Sie hörten zunächst einmal staunend zu, was Experten der RWTH nach umfassenden Untersuchungen zu prophezeien hatten.

Da war denn viel die Rede von städtischen Wärmeinseln, Hitzewellen, reduzierter nächtlicher Abkühlung, geänderten Kaltluftbildungs- und Kaltluftabflussverhältnissen, erhöhten Ozonwerten, Frischluftschneisen, Sicherung von Grünfingern, Erhöhung des Grünvolumens, veränderten Niederschlagsmengen mit Auftreten von Hochwässern und einer Rücknahme von Bauflächen. Sogar Auslagerungen etwa von Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern aus thermisch belasteten Gebieten fassen die Wissenschaftler ins Auge.

Erschreckend

Plötzlich, fern aller Tsunamis und sonstiger Naturkatastrophen in aller Welt, klingt es auch vor Ort erschreckend und beängstigend, wenn Wissenschaftler versichern, Gegenmaßnahmen seien für die Stadt Aachen „dringlich erforderlich“.

Bezeichnend für aufgeschreckte, aber noch ungläubig dreinblickende Politiker (wie auch Bürger) mag eine Frage sein, die Claus Haase (SPD) im Ausschuss an die beiden RWTH-Experten fast zögernd stellte: „Wie hoch ist denn die prozentuale Eintrittsmöglichkeit der von Ihnen geschilderten Ereignisse?“

Das sei nicht quantifizierbar, antworteten die Wissenschaftler. Eins aber steht für sie heute schon fest: „Anpassungen an den Klimawandel sind bereits jetzt erforderlich.“

So nahmen denn die beiden Ausschüsse die bisherigen Ergebnisse zum „Klimaanpassungskonzept“ zustimmend zur Kenntnis. Ferner soll die Verwaltung ein „Konzept sonstiger Maßnahmen, die der Anpassung an den Klimawandel dienen“, erarbeiten.

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