Klimaneutral und ohne Erdöl: So soll Verkehr sein

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Damit in Aachen die Weichen für die Mobilität der Zukunft gestellt werden können, sind jetzt die Bürger gefragt: Am Wochenende fand eine erste „Bürgerwerkstatt“ zu diesem Thema am Elisenbrunnen statt.

„Es geht uns darum, wie Aachen zukünftig clever mobil sein kann – per Rad, Pkw, Bus, Bahn oder zu Fuß“, erklärt Uwe Müller vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen. Die Vielfalt der Mobilitätsangebote in Aachen und der Städteregion sei groß. Die Veranstaltung ist Teil der Gestaltung eines Verkehrsentwicklungsplanes (VEP), der eine Leitlinie vorgibt, in welche Richtung sich die Bewältigung von Mobilitäts- und Verkehrsproblemen künftig orientieren soll.

Gefragt sind Anregungen und Ideen, wie man diese Herausforderungen der Zukunft angehen kann. Zukunft – damit ist in dieser ersten von zwei geplanten Bürgerwerkstätten der Zeitraum bis zum Jahr 2050 gemeint. „Ziel im VEP bis 2050 aber ist, die bestehenden Mobilitäts-Angebote zu bündeln und zu einem Mobilitätsverbund zu verknüpfen“, sagt Müller. In Aachen unterwegs zu sein, soll zukünftig effizient, umweltfreundlich und kostengünstig sein. Steuern soll dies die Stadtverwaltung mit vielen Partnern, damit Mobilität attraktiv und einfach verständlich wird. Um sie zu buchen, zu nutzen und zu bezahlen soll es nur ein einziges Zugangssystem geben, mit dem man in Aachen und in ganz Europa mobil ein kann.

Den Start des Prozesses bilden die Ideen der Bürger, die nun gesammelt und im November vom Mobilitätsausschuss besprochen werden. „Im Sommer 2014 folgt eine zweite Bürgerwerkstatt, dann sollen erstmalig die vier Elemente des Verkehrsentwicklungsplans, genaue Vorhaben und die Finanzierung verabschiedet werden. Bis 2018 soll ein Programm entwickelt werden und eine Strategie bis 2030 festgelegt werden“, erklärt Müller das weitere Vorgehen.

Ein solcher VEP wurde zum letzten Mal 1991 bis 1995 aufgestellt. Verkehrsberuhigung sowie die Verbesserung von Rad- und Fußgängerverkehr waren damals die Themen. Die heutige Lage wurde in acht Themenbereichen analysiert. Dazu wurden übersichtliche Schautafeln präsentiert, anhand derer die Bürger diskutieren und Anregungen geben konnten.

„Es ist toll, dass so viele Bürger sich in den Gestaltungsprozess einbringen und die mobile Zukunft mitgestalten wollen. Dabei knüpfen viele nach dem Aus für die Campusbahn an die bestehenden Ideen für den ÖPNV an“, sagt Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken. Deutlich wurde im Laufe des Tages, dass die Aachener sehr radfahrbegeistert sind: Viele Bürger nutzen regelmäßig den Drahtesel für kurze Wege bis zu fünf Kilometer. Ebenso viele bemängeln aber auch die Qualität der Radwege: Eine bessere Markierung, Beschilderung und die Beseitigung von Schlaglöchern wird gefordert. „Der Erfolg von Pedelecs und E-Bikes bringt jetzt noch mehr Menschen aufs Rad, die vorher steile Anstiege oder lange Distanzen gescheut haben. Deshalb sind wir jetzt gefragt, auf die Bedürfnisse zu reagieren“, sagt Nacken.

Und auch um die Mobilität „zu Fuß“ ging es ausführlich: „Unsere Vision ist, dass niemand gezwungen ist, ein Auto zu besitzen. Alle alltäglichen Besorgungen sollen im Umfeld fußläufig erreichbar sein“, sagt Dr. Armin Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

Präsentiert wurden auch die Themen „Erreichbarkeit und Wirtschaftsverkehr“ sowie die effiziente Nutzung des Autos. Die Angebote der Kampagne „FahrRad in Aachen“ und im öffentlichen Personennahverkehr – wie etwa das neue „Flugs-Ticket“ der Aseag – waren gefragt. Die Bürger begrüßen günstige Angebote für Bus und Bahn – bei attraktiven Tarifen würden viele umsteigen.

Elektromobilität wird in Aachen entwickelt und genutzt. Die Vision für 2050 ist ein europäisches Kompetenzzentrum für Elektromobilität. Alle Verkehrsmittel in Aachen sollen vollständig ohne Erdöl auskommen, die benötigte Energie klimaneutral hergestellt werden – soweit möglich in der Region Aachen selber.

Noch bis zum 14. Juli können Bürger im Anschluss an die Bürgerwerkstatt im Internet unter www.aachen.de/vep einen Fragebogen ausfüllen. Die Antworten fließen ebenfalls in den Verkehrsentwicklungsplan ein.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert