Kleinkindbetreuung: Nun blicken alle gespannt auf den 1. August

Von: mg
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nun blicken alle gespannt auf den 1. August. An diesem Tag, dem offiziellen Beginn des Kindergartenjahrs 2013/14, steht spätestens fest, wie viele Eltern in Aachen vom neuen Rechtsanspruch Gebrauch machen und für ein Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz einfordern.

Die „magische Quote“ – das Land NRW rechnet mit einer Bedarfsdeckungsquote von 32 Prozent, der Bund mit einer Zielgröße von 35 Prozent – übertrifft Aachen nach eigener Rechnung bei weitem. Für fast 37 Prozent der unter Dreijährigen will man ab August ein Betreuungsangebot vorhalten, in einer Kindertageseinrichtung oder bei einer Tagesmutter (wir berichteten).

Einig sind sich Experten aber auch, dass diese Quote in Großstädten wie Aachen nicht ausreichen wird. Dort hält man eine Nachfrage von bis zu 50 Prozent für realistisch. „Wir wissen, dass wir nachsteuern müssen“, sagte auch Peter Tillmanns (CDU), als der Kinder- und Jugendausschuss jetzt die Kindergartenbedarfsplanung diskutierte.

Durch die Bank gab es im Ausschuss reichlich Lob für die Mammutaufgabe, die die Verwaltung in dem 108 Seiten starken Werk dargelegt hatte. „Respekt vor diesem Werk“, sagt Guido Rothkopf als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Träger. Besonders positiv sei, dass der Kraftakt „zunächst mal ohne Qualitätsverlust“ geschafft werde.

„Der Ausbau ist durchfinanziert, einschließlich sieben Neubauten, die in den nächsten zwei Jahren ans Netz gehen“, freute sich Hilde Scheidt (Grüne). Martin Künzer (SPD) hob lobend hervor, dass die Planungen auch bereits Übergangslösungen vorsehen, um Engpässe zu überbrücken. „Platz-Sharing“ von Kita-Plätzen soll es nicht geben“, betonte er, „deshalb brauchen wir in Aachen andere Maßnahmen.“

500 Plätze in der Tagespflege

Sabine Hill von der Planungsabteilung des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule umriss noch einmal die zentralen Punkte der Ausbauplanung, die der Ausschuss dann einstimmig auf den Weg brachte. Das Paket umfasst 335 neue, nach dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) geförderte Kindergartenplätze für Kleinkinder. Das Angebot in der Tagespflege soll um 50 weitere Plätze erhöht werden. Auch die betrieblich unterstützte Kinderbetreuung soll weiter ausgebaut werden.

Nach derzeitiger Planung hat Aachen im neuen Kita-Jahr 1449 Kibiz-geförderte Kita-Plätze, 500 Plätze bei Tagesmüttern, 85 in privatgewerblichen Kitas und 149 in anderen Betreuungsformen, unter dem Strich genau 2183 Plätze.

Allein 177 der neuen U3-Plätze entstehen durch Um-, An- oder Neubauten von Kindertagesstätten. in 158 Fällen werden Plätze für über Dreijährige umgewandelt.

Der U3-Ausbau kostet viel Geld. Allein in den Jahren 2013 bis 2016 will die Stadt rund 13 Millionen Euro in den Hand nehmen. In den Folgejahren, erklärte Sabine Will, wolle die Stadt unter anderem weitere 330 U3-Plätze schaffen. Damit könnte Aachen dann für gut 42 Prozent der Kleinkinder eine Betreuung anbieten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert