Kleingartenwettbewerb: Ein Heim zwischen Grün und Gartenzaun

Von: Günther Sander
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Wilhelm Hoven, Hermann Jansen, Gaby Barbendreyer, Bürgermeister Norbert Plum, Franz-Josef Gasten, Albert Meyer und Hubert Coonen (v.l.) feierten gebührend die Eröffnung des Kleingartenwettbewerbs in der Anlage Groß Tivoli. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten“, mit diesem Ausspruch beendete Hermann Jansen, kommissarischer Vorsitzender des Stadtverbandes Aachen der Familiengärtner, seine Rede anlässlich der Eröffnung zum 54. Kleingartenwettbewerb um den „Wanderpreis der Stadt Aachen“ in der Anlage Groß Tivoli in Berensberg.

Tivoli-Boss und Hausherr Hubert Coonen hieß zahlreiche Gartenfreunde willkommen, darunter auch SPD-Bürgermeister Norbert Plum sowie das dreiköpfige Juroren-Team um Gaby Barbendreyer, Vorsitzende der Gartenanlage Soldatengasse, Franz-Josef Gatzen vom Amt für Immobilienmanagement und für die Kleingärtner Ansprechpartner bei der Stadt Aachen und Wilhelm Hoven, Fachberater und ehemals Vorsitzender der Anlage „Land Tirol“. Dennoch war Coonen ein wenig enttäuscht, er hätte bei diesem herrlichen Sommerwetter weitaus mehr Gartenfreunde erwartet.

Doch das war schnell vergessen und so fügte er an, dass die Anlage seit nunmehr zehn Jahren draußen angesiedelt sei und dort nach der Ausquartierung am Tivoli eine neue Heimat gefunden habe. An einem der Tische nicht zu überhören: „Da spielte die Alemannia noch erste Bundesliga.“

Über Kleingärten und den Kleingartenwettbewerb allgemein, erstmals seit 1964 gestartet und von der Anlage Siegel gewonnen, berichtete der kommissarische Vorsitzende Hermann Jansen. Und kam dann zur begehrten Trophäe. Coonen und die Tivolianer müssen den Wanderpreis nach drei Monaten abgeben, denn auf ihn wartet dann ein neuer Gewinner. Wer das sein werde, könne man noch nicht sagen. Aber: Es werde mit Sicherheit wieder spannend, denn 35 Anlagen stellen sich dem Juroren-Trio zur Begutachtung und Bewertung.

„Unsere 2450 Kleingärtner in den 42 Anlagen liefern dabei einen Leistungsbeweis ab, über Schaffenskraft, Kreativität, Umweltbewusstsein, Menschenfreundlichkeit, Gemeinschaftssinn und vieles mehr“, sagte Jansen.

Dieser Wettbewerb biete sich zudem an, um in der breiten Öffentlichkeit für das Kleingartenwesen die Werbetrommel zu rühren. „Unsere Anlagen sind eine Bereicherung an Grünflächen in unserer Stadt, sie sorgen für eine saubere Luft zum Atmen“, ergänzte er. Für Kinder gebe es außerdem Möglichkeiten zum Spiel und zum Lernen. „Ein Kleingarten kann also rundum ein schönes und sinnvolles Hobby sein. Man muss es einfach nur lieben“, gab Hermann Jansen den Besuchern mit auf den Weg.

Für die Stadt hätten Kleingärten und Kleingartenvereine ebenfalls eine wichtige gesellschaftliche und soziale Funktion. „Die Aachener Kleingärten sind Horte der sozialen und gesellschaftlichen Integration“, ließ Bürgermeister Norbert Plum wissen. Im „Mikrokosmos Kleingartenanlage“ gelängen „im Gespräch über den Gartenzaun hinweg“ Willkommenskultur und Integration vielfach schneller. Lange schon seien Kleingärtnerinnen und -gärtner eine gute und verlässliche Anlaufstelle für jedermann – gleich, woher er kommt, welche Sprache er spricht, welcher Nation er angehört, welche Religion er hat.

Diese und alle anderen Menschen fänden dort regelmäßig Anschluss und ein emotionales „Zuhause.“ „Hierfür sind Sie auch bereit, engagiert zu kämpfen“.

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