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Kleine Krimi-Fälle mit viel Lokalkolorit

Von: Martina Rippholz
Letzte Aktualisierung:
Sechs Kurzkrimis, die in Aache
Sechs Kurzkrimis, die in Aachen spielen: Die neuen Geschichten von Andrea Tillmanns gibt es nur als E-Book im Internet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein Foto in den „Aachener Nachrichten” gibt den entscheidenden Hinweis. Denn darauf zu sehen ist - wenn auch nur im Hintergrund - das Bild, das bei einer Vernissage in der Kneipe Sowiso gestohlen wurde. Mit diesem Indiz macht sich die Hobbydetektivin Mimi, die im Pontviertel Aachens ersten Krimi-Buchladen betreibt, auf die Suche nach dem Dieb.

Real ist das alles natürlich nicht. Vielmehr bildet die Schilderung die Ausgangssituation für den ersten von sechs neuen Kurzkrimis der Autorin Andrea Tillmanns. Die Physikerin, die an der RWTH studierte, jetzt aber im Kreis Düren lebt, veröffentlicht derzeit beim Verlag „Chichili” unter dem Titel „Mimis Krimis” kleine Geschichten, die alle in Aachen spielen und in denen die Protagonistin Mechthild, genannt Mimi, gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Roswitha auf eigene Faust Kriminalfälle löst

Rund 30 Seiten hat jede der sechs Folgen, sie erscheinen immer im Doppelpack. Allerdings ausschließlich als E-Book. Das heißt, Tillmanns Mimi-Geschichten werden nicht gedruckt und dann im Buchladen verkauft. Sondern sie können lediglich als elektronische Datei im Online-Buchhandel erworben und heruntergeladen werden. Lesen kann man die Werke dann auf dem Laptop, dem I-Phone oder I-Pad oder auf einem speziellen E-Book-Lesegerät.

Andrea Tillmanns weiß, dass diese Art der Publizierung für viele noch ungewohnt ist. „Ich musste schon oft erklären, warum es meine Geschichten nicht als richtiges Buch gibt”, erzählt sie. Doch sie weiß auch: Der Markt für E-Books wächst. Vor allem kürzere Texte liest die Autorin selber gerne mal nur elektronisch. „Bei Romanen bin ich eher altmodisch”.

Tillmanns sitzt in einer gemütlichen Ecke im Sowiso, wo die kriminelle Tat der ersten Folge „Mimi und das gestohlene Foto” passiert. Die Autorin, die im Brotberuf als wissenschaftliche Angestellte arbeitet, lebte während des Studiums in Aachen und kennt auch das Pontviertel, die Cafés und Kneipen, die Läden, Straßen und Hinterhöfe sehr gut. Eine Tatsache, die ihr beim Schreiben zugute kam. Oder besser: unabdinglich war.

Viel Lokalkolorit

Denn Tillmanns Krimis haben viel Lokalkolorit. „Ich möchte die Umgebung und die zeitlichen Gegebenheiten möglichst realitätsgenau festhalten.” So spielen viele Aachener Schauplätze eine Rolle, wie der Elisenbrunnen, die Pont-straße oder das Suermondt-Ludwig-Museum. Ebenso wichtig sind der schreibenden Naturwissenschaftlerin glaubwürdige Charaktere.

„Gerade da läuft man Gefahr, Klischees zu bedienen. Deshalb orientiere ich mich gerne an realen Vorbildern. Meine Figuren sind Menschen wie Du und ich.” Wie eben die Hobby-Ermittlerin Mimi. Die muss sich in der aktuellen Reihe aber nicht mit Kapitalverbrechen wie Mord rumschlagen. „Ich wollte diesmal kleinere Fälle thematisieren.” So geht es nach dem gestohlenen Bild in Folge zwei um etwa um manipulierte Speisen in einem China-Restaurant.

„Mimis Krimis” sind bei weitem nicht die ersten dieses Genres, die Tillmanns veröffentlicht hat. „Tod im Wasser” hieß ihr erster Aachen-Krimi, ein anderer für junge Leser spielt im Zülpicher Land. Die ersten schriftstellerischen Werke aber waren Frauen- und dann auch Fantasyromane- und erzählungen. „Davon bin ich mittlerweile etwas weg. Ich schreibe zwar immer noch gerne fantastische Geschichten, aber für Kinder.” Für den Lese-Nachwuchs veröffentlichte sie auch Sachbücher, etwa „Floßfahrt, Wippe und Regenbogen”, in dem sie physikalische Phänomene kindgerecht erklärt.

Bei allem Schreibfleiß und Ideenreichtum, für Andrea Tillmanns ist die Schriftstellerei bislang ein Hobby. Eines, das nach Feierabend, an den Wochenenden und auch mal nachts funktionieren muss. Und eines, dass nur wenig Geld bringt. „Es wäre schon schön, mal mehr als einen Kurzurlaub davon bezahlen zu können.”

Ein Schritt in die richtige Richtung ist für sie deshalb ihre Normierung für den 1. Jacques-Berndorf-Preis. Der wird verliehen im Rahmen eines neuen Krimifestivals namens „Nordeifel - Mordeifel”, das im September in und um den Nationalpark Eifel stattfindet.

Tillmanns ist eine von drei Autoren, die aus 44 Einsendungen ausgewählt wurden. Sie reichte dafür ein 20-seitiges Exposé ein, aber nicht aus der Mimi-Reihe. „Voraussetzung war, dass es ein neues Buch ist.” So arbeitet Tillmanns derzeit an einem weiteren Kriminalroman. Am 20. April fällt die Entscheidung über den Sieger.

Wie auch immer diese ausfallen wird, Andrea Tillmanns wird weitermachen. Für sie ist das Schreiben ein Ausgleich zur rationalen Welt der Physik. In ihren Geschichten kann sie Welten erfinden, auch wenn in den Krimis manches realitätsnah sein muss.

Die sechs Kurzkrimis von Andrea Tillmanns erscheinen alle als E-Books unter dem Reihentitel „Mimis Krimis” - und zwar im Doppelpack mit jeweils zwei Folgen. Eine Doppelfolge kosten im Online-Buchhandel 99 Cent. Zu kaufen sind sie unter anderem bei www.thalia.de, www.buch.de, www.bol.de oder www.buecher.de. Auch beim Internet-Versandthaus Amazon sind sie erhältlich (für Kindle-Geräte).
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