Aachen - Kleine Bahnhöfe, Haltepunkte und neue Bürgernähe

Kleine Bahnhöfe, Haltepunkte und neue Bürgernähe

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Der Bahnhof Eilendorf ist Teil der Untersuchung. Für ihn werden beispielsweise „Möglichkeiten zur Verbesserung der Eingangsituation“ gesucht, wie es in der Beantragung heißt. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der Begriff „Haltepunkt“ wird heute gebraucht als schlanke Bezeichnung für Kleinstbahnhöfe, die zumeist neben ihrem großen Bruder Hauptbahnhof nur ein Schattendasein führen. Im Zuge früherer Streckenausdünnungen der Bahn standen Haltestellen wie in Eilendorf oftmals kurz vor ihrer endgültigen Aufgabe, das Bahnhofsgebäude Aachen-West etwa wird gerade abgerissen, und der alte Bahnhof Richterich existiert gleichermaßen nicht mehr.

Dieser Trend soll gedreht werden, sagen sich die städtische Baudezernentin Gisela Nacken sowie Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbunds (AVV), und beteiligen sich deswegen an dem EU-geförderten Projekt „Citizens‘ Rail“, frei übersetzt etwa „bürgernahe Bahn“. Jetzt soll mit diesen Mitteln, so Nacken vor einer Ausstellung mit Namen „Green Station“ im Foyer des Verwaltungsgebäudes Marschiertor, erforscht werden, wie man „die Attraktivität dort erhöhen und die Nutzerzahlen steigern“ kann, um die regionalen Bahnverbindungen näher an die Haustüren der Bürger zu bringen.

Dem von Mai 2012 bis September 2015 laufenden EU-Projekt stehen mehr als neun Millionen Euro zur Verfügung. Hiervon habe die Stadt Aachen – weil eine 50-prozentige Mitfinanzierung vorgeschrieben ist – ein Budget von 230000 Euro beantragt. Dabei macht auch das geografische Institut der RWTH mit, die britische Universität Plymouth ist ebenso ein Partner wie die südenglischen Regionen Cornwall und Devon, in Frankreich macht die Region Loire mit, als niederländischer Partner hat sich die benachbarte Parkstad Limburg angemeldet.

So wird nun in Aachen besonders der Eingangsbereich des Eilendorfer Bahnhofs unter die Lupe genommen und dann womöglich verbessert. In Richterich ist die Frage, ob der geplante Haltepunkt nahe an das Neubaugebiet „Dell“ rückt, oder ob er wie der alte Bahnhof nahe der Roermonder Straße platziert wird, erklärte Sistenich. In Richterich seien „die eisenbahntechnischen Voraussetzungen“ aufgrund der viel befahrenen Bahnstrecke zeitlich ein Problem, aber durchaus an beiden ins Auge gefassten Orten lösbar, stellte der AVV-Chef fest.

Bei der Neuplanung des Haltepunkts Aachen-West am Republikplatz, der als zentraler Verkehrsknotenpunkt des geplanten Wissenschaftscampus gilt, ist die Stadt in einer durchaus komfortablen Situation, wie Nacken feststellte. Denn der RWTH-Lehrstuhl für Baukonstruktion mit Prof. Hartwig N. Schneider an der Spitze hat im Rahmen einer beachtenswerten Projektarbeit Studententeams an die Neuplanung des Areals Westbahnhof gesetzt, anspruchsvoller Titel: Planung einer „Green Station“.

Schneider erläuterte am Mittwoch 14 Entwürfe, alle mit gesonderten Lösungsvorschlägen, wie der neue Bahnhof im Herzen des Campus zu einem echten Verkehrsdrehpunkt mit angeschlossenen Konferenzräumen, Geschäften, Gastronomie und kurzen Wegen zwischen möglicherweise kommender Campusbahn, Bike & Ride-Fahrradsystemen und Taxiständen werden könne. Zentrales Element in beinahe allen Vorschlägen ist ein Fußläufiger „Brückenschlag“, formulierte Schneider, über die Gleisanlagen in Richtung Hörn, um so den dortigen Unibereich auf direktem Wege anzuschließen.

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