Klassenkasse hilft Flüchtlingen: Mehr als 700 Euro Spenden

Von: Viviana Scafidi
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Michael Stahl und Maria Haarmann von Misereor (von links) freuen sich mit Eltern und Lehrern über das Engagement der ehemaligen Heinrich-Heine-Gesamtschüler zugunsten des katholischen Hilfswerks. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Manchmal bleibt am Ende einer gemeinsamen Schulzeit etwas Geld in der Klassenkasse übrig. Dann stellt sich die Frage, wie man denn das noch auf den Kopf hauen könnte. Die Schüler der ehemaligen Klasse 10d der Heinrich-Heine-Gesamtschule haben diese Frage ganz anders beantwortet.

„Wir haben uns überlegt, dass wir etwas Sinnvolles damit machen wollen“, erklärt Leo Gielkens, der Klassenlehrer der ehemaligen 10d. Nach ausgelassenen Grillveranstaltungen und Ausgaben für die Abschlusszeitung der Klasse, blieb nämlich noch ein stolzer Betrag von mehr als 700 Euro übrig. Und so entschieden die Schüler, das Geld zu spenden.

Klassenfahrt nach Auschwitz

Nach einer gemeinsamen Klassenfahrt nach Auschwitz, wurde den Schülerinnen und Schülern bewusst, welches Ausmaß Leiden und Angst erreichen können. „Als wir da waren, haben wir erst richtig gemerkt, was hinter den Fakten aus dem Geschichtsunterricht wirklich steckt“, sagt Jana Friedel, eine der Schülerinnen. Auch ihr ehemaliger Klassenkamerad Tobias Wollscheid bestätigt:

„Das haben wir da erst so richtig realisiert.“ Aus dieser Erfahrung entstand dann die Idee, das restliche Geld an das katholische Hilfswerk Misereor zu spenden, das es als Soforthilfe für Familien im Nordirak einsetzt. „Von 700 Euro können sieben Familien mit acht Personen drei Monate überleben“, erklärt Maria Haarmann, Länderreferentin für den Nahen Osten bei Misereor. Das Hilfswerk unterstützt die Familien vor Ort mit Wärme-Hilfsmitteln und Nahrungsvorräten. Haarmann lobt die Klasse: „Dass ihr daran gedacht habt, ist eine richtig tolle Sache“.

Dabei bestand in der Klasse auch ein persönlicher Bezug zum Schicksal der vielen Flüchtlinge im Nahen Osten. Denn eine ehemalige Klassenkameradin stammt aus Syrien. Ihre Familie war direkt von der Notsituation betroffen. Außerdem gibt es an der Heinrich-Heine-Gesamtschule noch weitere Schüler, die als Flüchtlinge nach Aachen gekommen sind.

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