Aachen - Kita Talbotstraße droht die Obdachlosigkeit

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Kita Talbotstraße droht die Obdachlosigkeit

Von: Gerald Eimer
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Land unter in der Talbotstraß
Land unter in der Talbotstraße: Nach dem großen Regen im August musste die Kita in ein Provisorium umziehen. Weil immer noch keine Lösung in Sicht ist, bleiben nun die Neuanmeldungen Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der seit dem Unwetter im August vergangenen Jahres schwer gebeutelte Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) schlägt Alarm: Bei der Suche nach neuen Räumen für die zurzeit in einem Provisorium untergebrachte integrative Kindertagesstätte Talbotstraße rennt die Zeit davon.

Falls es keine kurzfristige Lösung gibt, stehen 45 Kinder und die Mitarbeiter der Einrichtung ab Juli ohne Kita da.

Soweit soll es nicht kommen, weshalb das Jugendamt unter Hochdruck an einer Lösung arbeitet. Die Rahmenbedingungen sind allerdings denkbar ungünstig. Fakt ist: Die durch Schmutzwasser verwüsteten alten Räume an der Talbot­straße sind weiterhin nicht benutzbar.

Der Schimmel sei inzwischen bis zu den Decken gewachsen, sagt die Vereinsvorsitzende Maria Poquett. Böden, Wände, Putz und Balken seien verseucht. Ob eine Sanierung überhaupt möglich ist, sollen Gutachten zeigen, die aber immer noch nicht vorliegen. Ein Abriss der leerstehenden Kita ist nicht ausgeschlossen. Eine baldige Rückkehr scheint völlig unwahrscheinlich.

Bis Ende Juli kann die Kita noch in den vorübergehend angemieteten Büroräumen der Firma Krantz an der Krantzstraße bleiben. „Die verhalten sich sehr kulant und großzügig”, sagt Poquett, dennoch sei ausgemacht, dass es eine Verlängerung nicht geben soll. Denn solange unten Kindergeschrei herrsche, könnten die obenliegenden Gewerberäume nicht vermietet werden. Hinzu kommt, dass die Räume nicht barrierefrei und für Therapien in der gewünschten Qualität nur eingeschränkt geeignet sind.

„Wir brauchen eine Perspektive für die Eltern und die Mitarbeiter”, sagt Poquett, die nun alle Hoffnung auf den geplanten Neubau einer Kita auf dem alten Tivoligelände setzt. Der Standort sei „noch im weitesten Sinne unser Einzugsgebiet”, meint sie.

Übergangslösung

In einer Vorlage für den Kinder- und Jugendausschuss am 7. Februar zeigt die Verwaltung durchaus Sympathie für diese Lösung. Allerdings könnte die neue Kita frühestens Ende 2013 bezogen werden. Eine Übergangslösung müsste bis dahin gefunden werden. Als denkbare Variante zeichnet sich nunmehr ab, dass die Stadt oder der VKM bis zur Fertigstellung der neuen Räume an der Krefelder Straße auch die Miete für die zurzeit nicht vermietbaren oberen Räume an der Krantzstraße übernehmen.

Der längere Verbleib wäre damit gesichert. Maria Poquett wünscht sich nichts dringender als eine klare Aussage. Denn weil niemand weiß, ob die Kita ab August noch Räume hat, bleiben inzwischen die Anmeldungen aus. Das Jugendamt stellt seinerseits klar, dass es an einem Erhalt dringend interessiert ist. Weil die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder mit Behinderungen steigt, könne man sich den Wegfall von 16 solcher Plätze nicht leisten.

Eine erste Sichtung der Pläne am alten Tivoli habe laut Verwaltung ergeben, dass dort eine viergruppige Einrichtung mit integrativen und U3-Plätzen möglich ist. Der Kontakt zwischen dem VKM und dem Investor an der Krefelder Straße, der dort auch einen großen Supermarkt errichten will, soll nun hergestellt werden.
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