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Kita-Plätze auch für behinderte Kleinkinder

Von: mg
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Aachen. Aktuell gibt es in Aachener Kindertagesstätten 279 Betreuungsplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die mit einer Behinderung leben. Die Zahl der Betreuungsplätze für behinderte Kinder unter drei Jahren liegt aktuell bei - null.

Das soll sich jetzt ändern. Nächsten Dienstag diskutiert der Kinder- und Jugendausschuss über die Kindertagesstättenbedarfsplanung. In einem gesonderten Tagesordnungspunkt geht es auch um den Ausbau der Betreuung für behinderte Kinder.

Denn in der Politik herrscht Einigkeit, dass gerade im U3-Bereich dringend etwas getan werden muss. „Je früher gefördert wird, desto besser. Das gilt auch für Kinder mit Behinderung”, sagt zum Beispiel die jugendpolitische Sprecherin der Grünen, Hilde Scheidt. Aber auch die Gesetzeslage bringt die Kommune in Zugzwang. Ab 2013 haben alle unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Und das gilt ausdrücklich auch für Kinder mit Behinderungen.

Im laufenden Kindergartenjahr gibt es in Aachen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren 107 Plätze in heilpädagogischen Kindertagesstätten von Lebenshilfe und Caritas Lebenswelten sowie 172 integrative Plätze. Nach einer Untersuchung des Jugendamts fehlen auch für diese Altersgruppe Plätze.

Die Verwaltung sieht auf der Basis dieser Zahlen die Notwendigkeit, weitere Ü3-Plätze zu schaffen. Und erstmals sollen in den nächsten Jahren auch integrative Plätze für Kinder unter drei Jahren eingerichtet werden. Dem Kinder- und Jugendausschuss legt die Verwaltung Vorschläge für den schrittweisen Ausbau des Platzangebots vor. Bis 2013/14 sollen danach 20 Kita-Plätze für behinderte Kinder unter drei Jahren eingerichtet werden. Für Kinder ab drei Jahren geht die Verwaltung davon aus, dass im Kita-Jahr 2010/11 insgesamt 21 integrative Plätze neu eingerichtet werden müssen.

Kein Geld von Bund und Land

Geld vom Land oder vom Bund gebe es nicht für den Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder mit Behinderung, erläutert die Verwaltung. Ausbaukosten werden also voll zu Lasten der Träger und der Stadt gehen. „Dies erklärt die bisherige Zurückhaltung von freien Trägern, hier neue Plätze zu schaffen”, kommentiert die Verwaltung.

Außerdem kollidiere der Ausbau von integrativen Plätzen mit dem generellen Kita-Ausbauprogramm für Kinder unter drei Jahren (hierzu Infobox). Beim Bau neuer Kindertagesstätten - etwa im Baugebiet alter Tivoli oder im Baugebiet Richtericher Dell - sei es deshalb sinnvoll, von vornherein integrative Gruppen einzuplanen.

„Gleichzeitig werden alle städtischen Kindertagesstätten bei der weiteren Planung auf ihre Eignung für die Betreuung von Kindern mit Behinderung untersucht”, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Schwarz-Grün: Insgesamt 100 neue Plätze

Die schwarz-grüne Ratsmehrheit wird sich nach Informationen der „Nachrichten” darauf verständigen, in diesem Jahr statt der ursprünglich gewünschten 150 U3-Betreuungsplätze lediglich 100 neue Plätze einzurichten.

Offiziell soll dies bei den Haushaltsberatungen von CDU und Grünen am Samstag in einer Woche festgelegt werden. Grund für die Kürzung ist das aktuelle Haushaltsdefizit von rund 60 Millionen Euro. Die Ratsmehrheit ist dennoch überzeugt, den Rechtsanspruch der Eltern erfüllen zu können: Im Jahr 2013 muss die Stadt für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze bereithalten.

Stadtdirektor Wolfgang Rombey erklärte am Mittwoch auf Anfrage, die Verwaltung habe für den Kinder- und Jugendausschuss die verschiedenen Varianten einer Ausbauplanung dargestellt. „Die Entscheidung ist dann Sache der Politik.”

Rombey betont allerdings: „Wenn wir Vorreiter bleiben wollen beim Ausbau der U3-Betreuung und bis 2013 die gesetzlichen Forderungen erfüllen wollen, dann müssen wir mehr tun als 100 neue Plätze im Jahr schaffen.”

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